Home Pressezentrum Pressemitteilungen VÖB erwartet weiter steigende Kapitalmarktzinsen
Berlin
In dem am 20. Januar 2005 in Berlin vorgestellten Zinsprognose-Spektrum prog¬nostiziert der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, auf Grundlage des VÖB-Fundamentalmodells auf Sicht von zwei sowie von sechs Monaten einen leichten Anstieg der Rendite 10-jähriger Bundesanleihen. Die im Spektrum ebenfalls veröffentlichten Prognosen der Bankgesellschaft Berlin sowie der Feri Research GmbH erwarten eine gleiche Entwicklung, wobei die Feri Research GmbH in zwei Monaten noch eine Seitwärtsbewegung prognostiziert. Die Prognosen auf Grundlage unterschiedlicher Modelle weisen damit, wie bereits bei den letzten Prognosen, eine ungewöhnliche Eintracht auf. Ausgangspunkt für die Analyse, die der VÖB in seinem zweimonatlich erscheinenden Zinsprognose-Spektrum veröffentlicht, ist der Monatsdurchschnittswert der 10-jährigen Bundesanleihen als maßgebliche Eurobenchmark-Rendite, der im Dezember 2004 bei 3,58 % lag. In den vergangenen zwei Monaten ist die Euro-Benchmark-Rendite per Saldo um 31 Basispunkte gesunken.
Der überraschende Zinsrückgang in den vergangenen zwei Monaten ist insbesondere auf die anhaltend pessimistischen Wachstumsaussichten im Euro¬raum sowie auf das große Ausmaß anlagesuchender Liquidität zurückzuführen. Nach und nach machen sich auch die zuvor exorbitant gestiegenen Ölpreise insbesondere in den USA auf den nachgelagerten Stufen bemerkbar. So ist die Kernrate der Inflation jüngst erstmals seit zwei Jahren über 2 % gestiegen. Im Euroraum sind hingegen die Zweitrundeneffekte des Ölpreisanstiegs vorerst wegen der noch unterausgelasteten Kapazitäten und der geringen Konjunkturdynamik begrenzt. Die Fed wird voraussichtlich ihren Zinserhöhungszyklus in Anbetracht der anhaltend robusten US-Konjunktur und des Inflationspotenzials in kleinen Schritten weiter fortsetzen. Dies werde sich in einem weiteren Zinsanstieg am langen Ende in den USA niederschlagen, der über den internationalen Zinsverbund auch auf die Kapitalmarktrenditen im Euroraum ausstrahlt. Infolge der verhalteneren Konjunkturentwicklung und des geringeren Inflationspotenzials könnte die Europäische Zentralbank mit einem ersten Zinserhöhungsschritt noch mindestens bis Ende dieses Jahres warten.
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 62 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.897 Mrd. EUR (Ende 2003) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf 29 % des deutschen Bankenmarktes.