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17. Februar 2005
VÖB fordert umfangreiche Reformen zur Erhöhung der Binnennachfrage

Die Chefvolkswirte der Mitgliedsbanken des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, bezeichnen die aktuelle Konjunkturentwicklung in Deutschland als atypisch. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal 2004 um 0,2 Prozent zeige, dass der starke außenwirtschaftliche Impuls der beiden letzten Jahre noch immer nicht zu einem entsprechenden Anziehen der Binnennachfrage geführt habe. Während sich die Exporte trotz des steigenden Eurokurses weiter erhöht hätten, seien die privaten Konsumausgaben und die Bruttoanlageinvestitionen im letzten Quartal zurückgegangen.

Die zurückhaltende Investitionsneigung spiegele sich auch in der verringerten Kreditnachfrage der Unternehmen wider. „Diese Entwicklung zeigt deutlich das Ausmaß der Verunsicherung bei Konsumenten und Investoren in Deutschland über die wirtschaftlichen Perspektiven, die auch durch die angegangenen Reformen noch nicht gemildert werden konnten“, sagte der Vorsitzende der VÖB-Kommission „Wirtschaft und Finanzen“ und Chefvolkswirt der DekaBank Dr. Ulrich Kater.

Diese Entwicklung verdeutliche, dass die begonnenen Reformen noch keine ausreichende Wirkung entfaltet hätten und weitere Reformen dringend notwendig seien. Hierbei komme der grundlegenden Reform der Sozialsysteme wie auch der Struktur der Unternehmensbesteuerung in Deutschland eine maßgebliche Rolle zu. Um das langfristige Wachstum zu stärken, müssten Maßnahmen ergriffen werden, die die Stellung Deutschlands im internationalen Innovationswettbewerb entscheidend verbessern.

Für 2005 beurteilen die Chefvolkswirte der VÖB-Mitgliedsbanken die Konjunkturaussichten verhalten optimistisch. Eine durchgreifende Verstärkung, die das Prädikat „Aufschwung“ verdiene, sei nicht zu erwarten. So rechnet der Verband für Deutschland mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1¼ Prozent. Impulse seien dabei erneut vom Außenhandel zu erwarten, der allerdings wegen des voraussichtlich geringeren Wachstums der Weltwirtschaft moderater ausfallen dürfte als 2004.

Mitglieder der VÖB-Kommission „Wirtschaft und Finanzen“ des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, sind Chefvolkswirte von Landesbanken, Förderbanken, der DZ BANK und der DekaBank. Die Kommission äußert sich zu aktuellen Themen aus den Bereichen Konjunktur, Kapitalmarkt sowie Wirtschafts- und Finanzpolitik.


Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 62 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.897 Mrd. EUR (Ende 2003) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf 29 % des deutschen Bankenmarktes.

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