Home Pressezentrum Pressemitteilungen IAS: VÖB begrüßt Fair Value-Option als Zwischenerfolg
Berlin
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, hat die heute veröffentlichte Entscheidung des International Accounting Standards Board (IASB) begrüßt, das Wahlrecht für eine Bewertung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert (so genannte Fair Value-Option) zugelassen. Dies sei einen wichtiger Schritt hin zu einer sachgerechten Abbildung ökonomischer Sicherungszusammenhänge von Aktiv- und Passivpositionen in der Bilanz (Hedge Accounting). Zwar heile die Fair Value-Option bestimmte Mängel von IAS 39, doch dürfe hierdurch die notwendige Verbesserung des Hedge Accounting nicht aufgehalten werden.
Positiv schätzt der Verband es ein, dass Bankenaufseher und EU-Kommission in die Entscheidungsfindung des IASB eingebunden waren und nicht erneut ihr Veto eingelegt haben. Nun sei zu hoffen, dass die vom IASB beschlossene Ergänzung im Herbst 2005 in europäisches Recht umgesetzt wird. Dennoch müsse die Diskussion über die Inhalte des Begriffs Fair Value sowie über das Hedge Accounting mit hoher Intensität fortgesetzt werden. „Dies gilt auch für das Dogma des IASB, interne Geschäfte für diesen Rechnungslegungszweck zu verbieten, obwohl sie für ein effizientes Risikomanagement unabdingbar sind und den bankaufsichtlichen Vorgaben entsprechen“, erläuterte Lothar Jerzembek, VÖB-Bereichsleiter Bilanzierung, heute in Berlin.
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 62 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.954,1 Mrd. EUR (Ende 2004) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf 30 % des deutschen Bankenmarktes. Die VÖB-Banken beschäftigen 91.500 Mitarbeiter.