Home Pressezentrum Pressemitteilungen VÖB-Analysten sehen Risiken in den USA noch nicht ausgestanden

Frankfurt am Main
Analysten aus sechs Mitgliedsbanken des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, prognostizieren für die kommenden Monate eine stark volatile Entwicklung der Aktienindizes. Sie begründen dies mit erheblichen Unsicherheiten beim Wachstum der US-Wirtschaft. Nach Meinung der Analysten können die Marktteilnehmer jedoch bereits im Verlauf des Jahres 2008 wieder auf eine positive Entwicklung der Aktienmärkte setzen. Zwischenzeitlich drohen jedoch noch schlechte Nachrichten.
Angesichts der deutlich über dem langfristigen Trend liegenden Unternehmensgewinne werde die Luft für weitere Ergebnissteigerungen dünner. Die Abschwächung des US-Dollar sowie der steigende Rohölpreis belasteten die Gewinnentwicklung europäischer Unternehmen. Zudem beeinflussten die Hypotheken- und Liquiditätskrise die Erfolgsrechnungen der börsennotierten Banken negativ.
Die Prognosen der Analysten unterscheiden sich in den Volatilitätseinschätzungen, sehen auf sechs Monate jedoch eine Kurserholung. Für die Entwicklung des DAX auf drei und auf sechs Monate stellen die VÖB-Experten folgende Prognosen:
DAX / in 3 Monaten (Dezember 2007) / in 6 Monaten (März 2008)
BayernLB / 7.900 / 8.100
DekaBank / 7.500 / 8.000
Helaba / 7.200 / 7.400
HSH Nordbank / 7.800 / 8.200
NORD/LB / 7.700 / 8.050
WestLB AG / 7.400 / 7.500
Referenz: DAX am 29. September 2007: 7.794
Aufgrund zahlreicher Unsicherheiten, zum Beispiel bei der Entwicklung im Wohnungsbau sowie beim privaten Verbrauch, rechnen die Experten der VÖB-Banken für die USA mit einer längeren Wachstumsphase unterhalb des Potenzialpfades. Leitzinssenkungen der amerikanischen Notenbank können die Lage vorerst stabilisieren und so zur Vermeidung eines nachhaltigen konjunkturellen Rückschlags in den USA beitragen. Langfristig werde sich die Fed jedoch mit höheren Inflationsrisiken auseinandersetzen müssen. Für die Aktienmärkte bedeute dies eine Unterbrechung der positiven Impulse seitens der Geldpolitik. Damit rücken fundamentale Konjunkturdaten wieder wesentlich stärker ins Blickfeld der Anleger. Ein „hard landing“ der US-Konjunktur stehe jedoch nicht bevor.
Für Euroland gehen die Analysten der VÖB-Banken davon aus, dass der Anstieg beim privaten Verbrauch die konjunkturelle Entwicklung zunehmend stützt. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 12,8 beim DAX bieten sich nach der Neubewertung der Risiken zunehmend Chancen auf eine positive Entwicklung am Aktienmarkt. Trotz der Abschwächungstendenzen in den USA befinde sich die Weltwirtschaft in robuster Verfassung. Dies bilde die Basis für eine aufwärts gerichtete – wenn auch im Vergleich zu den letzten Jahren weniger dynamische – Gewinnentwicklung der Unternehmen. Nach Meinung der VÖB-Analysten werden diese Rahmenbedingungen ab Jahresbeginn 2008 wieder zu ansteigenden Kursen an den Aktienmärkten führen.
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 61 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.931,1 Mrd. EUR (Ende 2006) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf 27 % des deutschen Bankenmarktes. Die VÖB-Banken beschäftigen 88.665 Mitarbeiter.