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26. September 2007
SEPA: VÖB warnt vor langer Migrationsphase bis zur vollständigen Realisierung des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums

SEPA: noch viel zu tun
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Berlin

Wenige Monate vor dem Start der SEPA-Überweisungen im Januar 2008 geht der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, davon aus, dass zwar große Fortschritte auf dem Weg zu einem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum erzielt wurden, für die von der EU-Kommission beabsichtigte vollständige Harmonisierung jedoch noch eine Vielzahl von Aufgaben zu erledigen sind.

So befinde sich der europäische Kartenmarkt gegenwärtig in einem grundlegenden Veränderungsprozess. Die Entwicklungen fänden im Spannungsfeld zwischen effizienten nationalen und globalen Zahlungssystemen sowie den Anforderungen der Kreditinstitute, des Handels und der Karteninhaber statt. Entscheidend sei hierbei, welche der verfolgten Strategien sich am Ende im Markt durchsetze. An einer Konsolidierung im europäischen Kartenmarkt führe jedoch, so der VÖB, kein Weg vorbei.

Der VÖB hält in diesem Zusammenhang die Strategie der „Euro Alliance of Payments Schemes (EAPS)“ für den richtigen Weg, um unter Berücksichtigung der Interessen der Kreditwirtschaft, der Kunden und des Handels zu einem effizienten europäischen Kartenmarkt zu gelangen. Im Falle eines Duopol von MasterCard und VISA würden die europäischen Banken ihre Mitwirkungsmöglichkeiten ohne Not aus der Hand geben. So führe das Festhalten am bisherigen Co-Branding zu Abhängigkeiten von den beiden globalen Kartengesellschaften, zu erhöhten Kosten und zu sinkenden Einnahmen bei den deutschen Banken. Wesentliche Voraussetzung für einen effizienten Kartenmarkt in Europa sei daher insbesondere die Etablierung von SEPA-Standards, die Festlegung einheitlicher Sicherheitsstandards und die Anerkennung von Zulassungen im gesamten Euro-Zahlungsverkehrsraum.

Auch beim konventionellen Zahlungsverkehr sieht der VÖB noch großen Handlungsbedarf. Die Bereitstellung des SEPA-Überweisungsverfahrens und des SEPA-Datenformates ab Januar 2008 seien wichtige, letztlich aber nur kleine Schritte. Auch die SEPA-Lastschrift werde nicht automatisch zur vollständigen Harmonisierung des Euro-Zahlungsverkehrs führen. Der VÖB fordert daher, vor allem die verbleibenden Hindernisse für die Abschaltung der nationalen Zahlverfahren schnellstmöglich zu identifizieren und Lösungen aufzuzeigen. Es müsse möglichst bald ein verbindlicher Migrationstermin festgelegt und ein klares Signal in den Markt gegeben werden. „Ohne einen konkreten Termin besteht die Gefahr, dass es auf Dauer parallele Zahlverfahren geben wird“, sagte der SEPA-Experte des VÖB, Peter Blasche. Als besonderes Hindernis auf dem Weg zu einer schnellen Migration in SEPA-Zahlverfahren sieht der VÖB die weiterhin zurückhaltende Position der öffentlichen Verwaltung. Der Verband geht davon aus, dass die für die Migration und damit Abschaltung der nationalen Verfahren erforderliche „kritische Masse“ nur erreicht werden kann, wenn die öffentlichen Verwaltungen in Deutschland ihren Zahlungsverkehr auf SEPA-Zahlverfahren umstellen.


Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 61 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.931,1 Mrd. EUR (Ende 2006) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf 27 % des deutschen Bankenmarktes. Die VÖB-Banken beschäftigen 88.665 Mitarbeiter (inkl. Auszubildenden).

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