Home Pressezentrum Pressemitteilungen Banken-Arbeitgeber: verantwortungsvoller Tarifabschluss in äußerst schwieriger Branchenlage
Frankfurt am Main
Zehn Monate nach Beginn der Verhandlungen haben sich die Tarifparteien im privaten und öffentlichen Bankgewerbe am Mittwochabend auf einen neuen Tarifvertrag mit 22-monatiger Laufzeit (bis Ende April 2010) geeinigt: Nach vier Leermonaten (Juli bis Oktober 2008) erhöhen sich die Gehälter rückwirkend zum 1. November 2008 um 2,5 Prozent. Das entspricht der Arbeitgeber-Empfehlung vom September 2008, die von den Instituten bereits flächendeckend umgesetzt wurde und die jetzt im Tarifvertrag festgeschrieben wird. Im Februar 2010 erhalten die Beschäftigten zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro (Auszubildende: 50 Euro).
„Das ist ein verantwortungsvoller Abschluss in einer äußerst schwierigen Lage unserer Branche“, sagte Banken-Verhandlungsführer Heinz Laber. „Die Tarifparteien haben mit diesem Abschluss auch in der jetzigen Situation ihre Handlungsfähigkeit bewiesen.“ Der neue Gehaltstarifvertrag gilt für die rund 240.000 Beschäftigten der privaten Banken (darunter alle Großbanken) und Bausparkassen sowie der öffentlichen Banken (Landesbanken, Förderinstitute und einzelne Sparkassen). Darüber hinaus haben die Tarifparteien den Altersteilzeit-Tarifvertrag und die Rahmenregelungen zu Langzeitkonten bis 30. April 2010 verlängert.
Wegen der massiven Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Geschäftstätigkeit der Banken haben die Tarifparteien vereinbart, sich im Wesentlichen auf die Frage der Gehaltsanpassung zu konzentrieren. Alle weiteren Themen, die in die seit Juni 2008 laufende Tarifrunde von beiden Seiten eingebracht wurden, bleiben ungeregelt und können zu einem späteren Zeitpunkt aufgegriffen werden.
Der Tarifvertrag wurde auf Arbeitgeberseite vom Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) und der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken ausgehandelt, auf Gewerkschaftsseite von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und dem Deutschen Bankangestellten-Verband (DBV).
Mit der Gewerkschaft Verdi haben die Banken-Arbeitgeber vereinbart, zeitnah in Gespräche über eine mögliche Fortentwicklung des Rationalisierungsschutzabkommens (RSA) einzutreten, das von Verdi zum Jahresende 2008 gekündigt worden war. Verdi hat zugesagt, bis zum Abschluss der Gespräche von Arbeitskampfmaßnahmen zur Durchsetzung ihrer Verhandlungsposition abzusehen; die Gespräche sind zunächst bis September 2009 terminiert. Die Arbeitgeber betonten, aus ihrer Sicht bestehe nach wie vor keine Notwendigkeit, die im Kern bewährten Regelungen des RSA zu verändern. Das Abkommen gewähre den Beschäftigten im Rationalisierungsfall weit reichenden Schutz und biete zeitgemäße Lösungen auch für Fusionen. Man sei aber angesichts der Branchenentwicklung offen, Vorschläge von Verdi zu diskutieren.
Dem AGV Banken gehören über 140 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit rund 163.000 Beschäftigten an. Der Arbeitgeberverband vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder, schließt als Tarifträger auf Bundesebene Tarifverträge mit den Gewerkschaften ab, informiert und berät die Mitgliedsinstitute und vertritt sie vor Arbeits- und Sozialgerichten in Grundsatzfragen. Darüber hinaus nimmt er die sozialpolitischen Belange des privaten Bankengewerbes gegenüber Regierungs- und Verwaltungsstellen wahr. Der AGV Banken unterstützt seine Mitglieder in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und berät die zuständigen Ministerien bei der Entwicklung von einschlägigen Gesetzen und Ausbildungsordnungen. Vorsitzender des AGV Banken ist Heinz Laber, Mitglied des Vorstands der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG.
Der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken gehören 52 Mitgliedsinstitute des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, an, unter anderem Landesbanken, Förderinstitute der Bundesländer, Bausparkassen und einzelne Sparkassen. Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken ist Thomas Christian Buchbinder, Vorstandsvorsitzender der SaarLB.
Pressekontakt:
Dr. Stephan Rabe
Pressesprecher beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands
presse@voeb.de
Telefon (0 30) 81 92 16 - 0