Home Pressezentrum Pressemitteilungen VÖB fordert Verzicht auf Leverage Ratio
Berlin
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, hält es seit gestern für unmöglich, weltweit eine feste Leverage Ratio für bankaufsichtliche Zwecke einzuführen. Solange die weltweit relevanten Standards für die Rechnungslegung, IAS/IFRS und US-GAAP, gravierend voneinander abweichen und sogar noch weiter auseinander zu driften drohen, ist das Konzept zur Ermittlung dieser neuen bankaufsichtlichen Kennziffer völlig ungeeignet.
Am 2. Juni 2010 hatten der globale Standardsetter für die Rechnungslegung, der International Accounting Standards Board (IASB), und der US-amerikanische Standardsetter, der Financial Accounting Standards Board (FASB), die Regierungen der G20-Staaten darüber informiert, dass der Zeitplan für die Konvergenz bis Juni 2011 nicht eingehalten werden kann. Der FASB hatte wenige Tage zuvor seine Vorschläge zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten veröffentlicht. Darin weicht er sowohl in der Klassifizierung und der Bewertung von Finanzinstrumenten als auch in der Ermittlung der Risikovorsorge von den Vorschlägen des IASB ab. „Die Zukunft der internationalen Rechnungslegung steht auf dem Prüfstand. Der Wettbewerb der unterschiedlichen Rechnungslegungssysteme wird offenbar“, so Lothar Jerzembek, Bereichsleiter Bilanzierung im VÖB.
Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, vertritt die Interessen von 62 Mitgliedsinstituten, darunter die Landesbanken sowie die Förderbanken des Bundes und der Länder. Mit einer Bilanzsumme von 1.939,3 Mrd. EUR (Geschäftsjahr 2009) beläuft sich der Marktanteil der VÖB-Banken auf rund 26 Prozent des deutschen Bankenmarktes. Die VÖB-Banken beschäftigen rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.