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1. März 2012
Banken-Arbeitgeber: Tarifparteien müssen in schwierigen Zeiten Beitrag zur Stabilisierung der Branche leisten

Berlin


Die Banken-Arbeitgeber haben zum Auftakt der Tarifrunde 2012 an die gemeinsame Verantwortung der Tarifparteien appelliert, in schwierigen Zeiten einen Beitrag zur Stabilisierung der Branche zu leisten. Angesichts der schlechten Branchenkonjunktur wiesen sie die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften Verdi, DBV und DHV (6,0 bzw. 5,5 Prozent) als unrealistisch zurück. „Die Staatsschuldenkrise und die deutlich verschärfte Regulierung stellen uns vor enorme Herausforderungen. Dem müssen wir in dieser Tarifrunde gerecht werden“, sagt Ulrich Sieber, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber.

Hinweise, die Bankmitarbeiter drohten von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt zu werden, sind aus Sicht der Arbeitgeber unbegründet. Ulrich Sieber: „Die Tarifgehälter unserer Beschäftigten sind seit dem Jahr 2000 nominal um 27 Prozent und real um über 8 Prozent gestiegen, das ist mehr als in vielen anderen Branchen. Von einer Abkoppelung kann keine Rede sein.“ Für die Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken betont deren Vorsitzender Thomas Christian Buchbinder: „Das Gehaltsniveau in unseren Instituten ist – gerade in den unteren Gehaltsgruppen – hoch. Die Entgelte im Bankgewerbe liegen um ein Viertel über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.“

Die geforderten Regelungen zum Gesundheitsschutz und zum Umgang mit Beratern sind aus Arbeitgebersicht keine Themen für die Tarifebene. Ulrich Sieber: „Die Arbeitsbedingungen in unseren Mitgliedsinstituten sind gut. Gerade in den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen kräftig daran gearbeitet und dadurch vieles verbessert.“ Beim betrieblichen Gesundheitsschutz hätten die Banken seit dem Abschluss der gemeinsamen Erklärung 2010 viel geleistet, auf der Tarifebene sei das Thema allerdings ausgereizt. „Die Regelungsschraube hier weiterzudrehen hieße, sie zu überdrehen“, so Ulrich Sieber. Thomas Christian Buchbinder: „Die Banken haben das hohe Niveau im betrieblichen Gesundheitsschutz noch einmal erheblich gesteigert. Die Erklärung der Tarifparteien von 2010 hat gewirkt, es gibt keinen weiteren Regelungsbedarf.“

Im Umgang mit ihren Beratern nähmen die Arbeitgeber ihre Fürsorgepflicht sehr ernst. Bei Kundenbeschwerden müsse aber immer im Einzelfall und deshalb betrieblich entschieden werden. Das Anlegerschutzgesetz sei nicht auf Bestreben der Arbeitgeber zustande gekommen, die im Gegenteil stets auf die Probleme hingewiesen hätten. Ulrich Sieber: „Wir können als Tarifparteien nicht das Gesetz relativieren. Eine tarifliche Einschränkung der Sanktionen bei Kundenbeschwerden liefe zudem auf ein Reaktionsverbot bei Fehlverhalten hinaus.“

Die Verhandlungen werden am 29. März 2012 in Frankfurt/Main fortgesetzt.

Hinweis an die Redaktionen:

Der AGV Banken hat zum Auftakt der Tarifverhandlungen die Publikation „Banken-Tarifrunde 2012 – Fakten und Hintergründe“ mit Informationen zu den wichtigsten Themen herausgegeben (Wirtschafts- und Branchenlage, Gehalt, Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Umgang mit Beratern, Vorruhestand und Ausbildung). Sie steht als PDF-Dokument auf der Website des AGV Banken unter www.agvbanken.de zum Download zur Verfügung.

Der AGV Banken führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken. Die Verhandlungsgemeinschaft vertritt insgesamt rund 230.000 Beschäftigte.

Dem AGV Banken gehören rund 130 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit 150.000 Beschäftigten an. Vorsitzender des AGV Banken ist Ulrich Sieber, Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG.

Der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken gehören 50 Mitgliedsinstitute des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) an, unter anderem Landesbanken, Förderinstitute, Bausparkassen und einzelne Sparkassen. Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken ist Thomas Christian Buchbinder,
Vorstandsvorsitzender der SaarLB.



Pressekontakt:
Carsten Rogge-Strang
Geschäftsführer im
AGV Banken
carsten.rogge-strang@agvbanken.de
Tel. (030) 5 90 01 12-74

Dr. Stephan Rabe
Pressesprecher beim
Bundesverband Öffentlicher Banken
presse@voeb.de
Tel. (030) 8192 16-0

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