Home Themen Bilanzierung / Finanzberichterstattung Vorläufige IASB-Sicht: Aufbau der Finanzberichte

Als Ergebnis der Phase B des Gemeinschaftsprojekts zur Verbesserung und Vereinheitlichung der Finanzberichterstattung haben der International Accounting Standards Board (IASB) und der US-Financial Accounting Standards Board (FASB) am 16. Oktober 2008 ihre vorläufigen Überlegungen zum künftigen Aufbau der Finanzberichterstattung in einem Diskussionspapier veröffentlicht. Stellungnahmen sind bis zum 14. April 2009 möglich. Ziel des Projekts ist, die Finanzberichte dahingehend weiterzuentwickeln und zu vereinheitlichen, dass die Finanzberichterstattung ein geschlossenes Bild der finanziellen Lage eines Unternehmens zeichnet. Dazu sollen sich die Bestandteile der Finanzberichte soweit wie möglich ergänzen und Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen erkennen lassen. Ferner sollen sie eine Einschätzung der künftigen Cash Flows ermöglichen.
Diese Ziele wollen IASB und FASB durch eine Dreiteilung der einzelnen Bestandteile des Financial Statement erreichen. Demgemäß sollen das Statement of Financial Position, das Statement of Comprehensive Income und das Statement of Cash Flows künftig jeweils nach den Kategorien Business, Financing, Income Taxes, Discontinued Operations und Equity gegliedert werden. Für die Kategorien Business und Financing ist jeweils eine weitere Unterteilung in Operating und Investing beziehungsweise Financing Assets und Financing Liabilities vorgesehen.
Wir messen dem Diskussionspapier wegen der weitreichenden Folgen für die künftige Finanzberichterstattung große Bedeutung bei. Insbesondere die vorgesehene Zweiteilung in Business und Financing ist aus Sicht der Kreditwirtschaft für eine einheitliche und verständliche Berichterstattung von Kreditinstituten ungeeignet. Denn sie dürfte für einer nachvollziehbare Zuordnung der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten größere Probleme aufwerfen. Für ebenfalls kritisch halten wir die künftig für die Erstellung des Cash Flow Statements allein zulässige direkte Methode.