Banken-Arbeitgeber: Verteilungsspielraum beim Gehalt erheblich eingeschränkt - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

5. Mai 2014: Banken-Arbeitgeber: Verteilungsspielraum beim Gehalt erheblich eingeschränkt

  • Dr. Stephan Leithner: „Anhaltende Neuausrichtung des Bankensektors erfordert maßvolle Lohnpolitik“
  • Thomas Christian Buchbinder: „Regulierung und Marktbedingungen belasten die Ertragskraft der Banken auf Jahre hinaus“
  • Maßvolle Erweiterung der Samstagsarbeit für begrenzte Zahl von Beschäftigten angestrebt
  • Verlängerung tariflicher Vorruhestandsansprüche nicht vertretbar



Berlin - Die Banken-Arbeitgeber haben zum Auftakt der Tarifrunde 2014 betont, dass der Verteilungsspielraum beim Gehalt aufgrund der schwierigen Branchenlage erheblich eingeschränkt ist. Die Gehaltsforderung der Gewerkschaft Verdi (100 Euro plus 3,5 Prozent) entspreche einer Erhöhung von 6,2 Prozent, die Forderung der Gewerkschaft DBV (5,3 Prozent plus Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde) sogar einem Volumen von 7,9 Prozent. Das sei deutlich zu hoch, und auch die Forderung der Gewerkschaft DHV (3,5 Prozent) gehe an der Realität der Branche vorbei.

„Wir erleben eine anhaltende Neuausrichtung des Bankensektors mit massiven strukturellen Veränderungen, von denen die privaten und öffentlichen Banken besonders betroffen sind. Dem können wir nur mit maßvoller Lohnpolitik begegnen“, sagt Dr. Stephan Leithner, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber. Für die Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken bestätigt deren Vorsitzender Thomas Christian Buchbinder: „Viele unserer Institute sind durch Restrukturierungsfolgen und Kostensenkungsprogramme weiterhin erheblich belastet. Deshalb müssen wir die Gehaltsfrage mit Augenmaß lösen.“

Hinweise, die Bankmitarbeiter würden von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt, weisen die Banken-Arbeitgeber zurück. Das Vergütungsniveau im Bankgewerbe liege unverändert überdurchschnittlich hoch. Und seit 2009 seien die Tarifgehälter stärker gestiegen als die Inflation; die Mitarbeiter hätten also selbst in der Krise insgesamt keine Reallohnverluste hinnehmen müssen. Im Übrigen könnten die Gehälter nur in dem Maße angepasst werden, wie dies die Branchenlage zulasse. „Im Rahmen der Tarifautonomie müssen sich die Banken an ihrem eigenen Verteilungsspielraum orientieren“, so Stephan Leithner. Das Kreditgewerbe stehe derzeit wegen der anhaltend niedrigen Zinsen, verschärftem Wettbewerb und steigenden Regulierungskosten unter erheblichem Druck. Thomas Christian Buchbinder: „Verändertes Kundenverhalten, Bankenabgabe und die Notwendigkeit einer besseren Eigenkapitalausstattung belasten die Ertragskraft der Banken auf Jahre hinaus.“

Zugleich wollen die Banken-Arbeitgeber ihren Instituten mehr Flexibilität und damit bessere Geschäftschancen ermöglichen, indem der tarifliche Rahmen für Samstagsarbeit maßvoll erweitert wird. Dabei gehe es keineswegs darum, Beschäftigte flächendeckend an Samstagen einzusetzen, sondern sehr gezielt dort, wo dies Märkte und geänderte Rahmenbedingungen erfordern. Entsprechend seien die Arbeitgeber bereit, das Ausmaß an Samstagsarbeit prozentual deutlich zu begrenzen. Dies sei den Gewerkschaften bereits im vergangenen Jahr in den Tarifgesprächen zur Samstagsarbeit konkret zugesagt worden, die aufgrund einer Verhandlungsverpflichtung aus dem Jahr 2012 geführt worden seien. Ebenso seien Ausnahmen bei sozialen und familiären Härtefällen und das Thema Zuschläge angesprochen worden.

Ablehnend haben die Arbeitgeber auf die Forderung der Gewerkschaften reagiert, tarifliche Vorruhestands-Ansprüche zu verlängern. Dieses Instrument berge Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche: Durch die Rentenpläne der Bundesregierung werde es für immer mehr Beschäftigte attraktiv, eine Vorruhestandsregelung mit 61 Jahren in Anspruch zu nehmen. Dadurch würden auch im Bankgewerbe angesichts des stetig steigenden Durchschnittsalters der Belegschaften bestimmte Altersjahrgänge erheblich ausgedünnt. Das Bankgewerbe als Tarifpartner könne es sich nicht leisten, für alle Unternehmen der Branche einen einseitigen Anspruch auf Frühpensionierung zu zementieren.

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