Banken-Arbeitgeber: Gewerkschaften müssen Positionen zu Gehalt und Samstagsarbeit überdenken - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

23. Mai 2014: Banken-Arbeitgeber: Gewerkschaften müssen Positionen zu Gehalt und Samstagsarbeit überdenken

Berlin

Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken

  • Dr. Stephan Leithner: „Wir brauchen Tarifpolitik, die das richtige Maß findet“
  • Thomas Christian Buchbinder: „Wir können nur Geld verteilen, das wir auch verdienen“
  • Maßvolle Erweiterung der Samstagsarbeit angestrebt, weiterhin Grundsatz des dienstfreien Samstags
  • Branchenweiter Vorruhestands-Anspruch nicht länger vertretbar


Die Banken-Arbeitgeber fordern die Gewerkschaften Verdi, DBV und DHV auf, in der laufenden Tarifrunde ihre Positionen bei den Kernthemen Gehalt und Samstagsarbeit zu überdenken. Ohne deutliche Abstriche bei den Gehaltsforderungen und die Bereitschaft, die Tarifregelungen zur Samstagsarbeit zeitgemäß anzupassen, sei ein tragfähiger Kompromiss nicht in Sicht. „Wir brauchen jetzt eine Tarifpolitik, die das richtige Maß findet – sowohl beim Gehalt als auch bei der Neuregelung der Samstagsarbeit“, sagt Dr. Stephan Leithner, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, vor dem zweiten Verhandlungstermin (27. Mai in Frankfurt/Main). Dabei stellten die Arbeitgeber den Grundsatz des dienstfreien Samstags nicht in Frage.

Beim Gehalt sehen die Arbeitgeber weiterhin nur begrenzten Spielraum. Die Branchenlage sei unverändert schwierig: Die strukturelle Ertragsschwäche der Banken werde verstärkt durch anhaltend niedrige Zinsen, zunehmenden Wettbewerb und deutlich steigende Regulierungskosten. Das schlage sich auch in den aktuellen Geschäftszahlen nieder. „Das Bankgewerbe entwickelt sich schlechter als die Gesamtwirtschaft. An dieser Tatsache kommen wir nicht vorbei“, so Leithner. Für die Tarifgemeinschaft öffentlicher
Banken unterstreicht deren Vorsitzender Thomas Christian Buchbinder: „Wir können nur Geld verteilen, das wir auch verdienen. Die allgemeine Gehaltsentwicklung kann für uns kein Gradmesser sein.“

Den Hinweis der Gewerkschaft Verdi, beim Gehalt gebe es Nachholbedarf, weisen die Arbeitgeber zurück. Dr. Stephan Leithner: „Nachholbedarf gibt es nur, wenn Gehaltstarifabschlüsse niedriger ausfallen, als es die Branchenlage erlaubt. Das trifft jedoch bei den Banken nicht zu.“ Die Tarifgehälter seien seit Ausbruch der Finanz- und Staatsschuldenkrise 2009 insgesamt stärker gestiegen als die Inflation. Thomas Christian Buchbinder: „Auch in schwierigen Zeiten haben wir die Leistung unserer Beschäftigten anerkannt und sie keineswegs von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgekoppelt.“ Seit dem Jahr 2000 hätten die Tariflöhne bei den Banken sogar etwas stärker zugelegt als in der Gesamtwirtschaft und deutlich stärker als im Dienstleistungssektor.

Auf Unverständnis stößt bei den Arbeitgebern, dass die Gewerkschaften die bisherigen Vorschläge zur maßvollen Erweiterung der Samstagsarbeit ablehnen – dies auch vor dem Hintergrund, dass in keiner Branche so selten samstags gearbeitet werde wie im Kreditgewerbe. Dabei gehe es nicht darum, Beschäftigte flächendeckend an Samstagen einzusetzen, sondern sehr gezielt dort, wo dies Märkte und geänderte Rahmenbedingungen erfordern. „Es ist an der Zeit, den Flächentarifvertrag an die veränderten Bedürfnisse der Banken anzupassen“, so Dr. Stephan Leithner. Die Arbeitgeber hätten angeboten, Samstagsarbeit im Jahresdurchschnitt auf maximal 15 Prozent der Belegschaften zu beschränken, ab einer bestimmten Einsatzzahl auf Freiwilligkeit zu setzen und Beschäftigte bei sozialen und familiären Härtefällen von der Samstagsarbeit auszunehmen. Auch das Thema Zuschläge sei bereits angesprochen worden. Thomas Christian Buchbinder: „Mit einer neuen Samstagsregelung wollen wir zusätzliche Ertragschancen nutzen, ohne unsere Beschäftigten zu überfordern.“ Zudem gebe es auch bei Mitarbeitern Interesse, an Samstagen zu arbeiten.

Zurückgewiesen haben die Arbeitgeber die Forderung der Gewerkschaften, tarifliche Vorruhestandsansprüche zu verlängern. Die soeben vom Bundeskabinett verabschiedete Rentengesetzgebung mache es für immer mehr Beschäftigte attraktiv, eine Vorruhestandsregelung mit 61 Jahren in Anspruch zu nehmen. Dies sei angesichts des stetig steigenden Durchschnittsalters der Belegschaften eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche und stelle Institute mit ungünstiger Altersstruktur vor erhebliche Probleme. Vor diesem Hintergrund könne sich das Bankgewerbe einen pauschalen Vorruhestandsanspruch, der alle Unternehmen über einen Kamm schere, nicht mehr leisten.

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