Bankenverband VÖB: Passive EZB verpasst Chance - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

9. März 2017: Bankenverband VÖB: Passive EZB verpasst Chance

Berlin

Prof. Dr. Liane Buchholz
Zur heutigen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) erklärt Prof. Dr. Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Öffentlicher Banken, VÖB:

„Die EZB verzögert den zaghaft begonnen Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik. Anstatt das robuste Wirtschaftswachstum in der Eurozone für eine beschleunigte Normalisierung der Geldpolitik zu nutzen, bleibt die EZB passiv. Damit erhöht sie die Risiken ihrer Geldpolitik. Die Niedrigzinspolitik wird also noch länger anhalten und damit deren Folgekosten weiter erhöht. Die Durststrecke für Sparer und Altersvorsorge wird noch länger andauern.

Die Argumente gegen eine Zinswende sind für die EZB immer schwieriger zu finden, die Kerninflation hat sich in den letzten Monaten stabilisiert. Deflationäre Gefahren, die einst der Grund für die ultra-expansive Geldpolitik waren, bestehen nicht mehr. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Aussichten ist es an der Zeit die Märkte mit konkreten Maßnahmen auf das Ende der Anleiheankäufe vorzubereiten. Diese Chance hat die EZB heute verpasst.

Das geldpolitische Umfeld gefährdet auch zunehmend die Finanzmarktstabilität. Paradoxerweise erkennt die EZB dies selbst an, indem sie in ihrer Funktion als Bankaufsichtsbehörde einen umfangreichen Stresstest zu Zinsänderungsrisiken durchführt.“

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3. April 2017: Celebration of the 60th Anniversary of the Treaty of Rome: “Savings Investment and Finance at the Service of the European Idea”

Joint statement by the banking, insurance and finance communities of the six founding countries signatories to the Rome Treaty: Belgium, France, Germany, Italy, Luxembourg and the Netherlands. mehr

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29. März 2017: Positionspapier "Brexit"

Wir bedauern das Ergebnis des Referendums in Großbritannien vom Juni 2016 und den bevor-stehenden Austritt der zweitgrößten EU-Volks-wirtschaft aus der Europäischen Union. Wir treten mit Blick auf die Verhandlungen sowie die Zukunft der EU ein für: mehr

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28. März 2017: Regulatorische Anforderungen an die Kreditwirtschaft - Umsetzungsplanung 2020

Die regulatorischen Anforderungen an Kreditinstitute und Akteure an den Finanzmärkten sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Ein Trend, der sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. mehr