Bankenverband VÖB zum Brexit-Antrag - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

29. März 2017: Bankenverband VÖB zum Brexit-Antrag

Berlin

Dr. Johannes-Jörg Riegler, Präsident
Zur Entscheidung der Britischen Regierung den formalen Antrag auf Austritt aus der Europäischen Union zu stellen, erklärt Dr. Johannes-Jörg Riegler, Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB:

„Die britische Regierung muss bei der Umsetzung des Wählervotums nun akzeptieren, dass es keine „Rosinenpickerei“ geben darf und die vier Grundfreiheiten der Europäischen Union eng mit dem Zugang zum EU-Binnenmarkt verbunden sind. Für die nun folgenden Verhandlungen sollte ein faires Verhandlungsergebnis angestrebt und auf praxistaugliche Übergangslösungen geachtet werden."

Der VÖB-Präsident plädiert eindringlich dafür, den Brexit auch als Anlass zur Selbstkritik zu verstehen. Die Mitgliedsstaaten müssen sich nach der Überzeugung von Riegler nun auf die wesentlichen Erwartungen der EU-Bürger sowie auf die globalen Herausforderungen konzentrieren. Dies bedeute im Umkehrschluss aber auch, dezentrale Strukturen und den Gedanken der Subsidiarität zu stärken. Nicht alle Details müssen in Brüssel geregelt werden.

Riegler weiter: "In der EU der 27 plädieren wir für einen starken Finanzplatz Frankfurt. Die EZB-Stadt Frankfurt ist nach Überzeugung der öffentlichen Banken der richtige Standort für die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA), nicht zuletzt, weil es wirtschaftlich sinnvoll ist, Aufsicht und Regulierung an einem Ort zu konzentrieren. Wer in dieser Frage wieder auf die alten EU-Hinterzimmermethoden bei der Standortpolitik setzt, hat aus dem Brexit nichts gelernt."

Das Positionspapier „Brexit“ mit den VÖB-Positionen und den europapolitischen, ökonomischen, finanzmarkt- und kapitalmarkt-spezifischen Auswirkungen steht auf der VÖB-Website unter https://www.voeb.de/de/publikationen zum Download bereit.

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