VÖB-Zinsexperten erwarten steigende Renditen - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

10. Mai 2017: VÖB-Zinsexperten erwarten steigende Renditen

Frankfurt am Main

Bulle und Bär
Nach den für die Europäische Union existenziellen Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich erwarten Dr. Norbert Wuthe (BayernLB), Michael Klawitter (DekaBank), Dr. Jan Holthusen (DZ BANK), Ulf Krauss (Helaba), Dr. Cyrus de la Rubia (HSH Nordbank), Elmar Völker (LBBW) und Torsten Windels (NORD/LB), dass die politische Verunsicherung an den Kapitalmärkten nun nachlässt. Gleichwohl bleiben mit den Brexit-Verhandlungen und der sprunghaften Trump-Administration politische Unwägbarkeiten vorhanden. Dies erklären sie gemeinsam auf der 44. Zinsprognose-Pressekonferenz des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, in Frankfurt am Main.

Die wirtschaftliche Lage in Deutschland und dem Euroraum gleicht sich gemäß den VÖB-Rentenstrategen zunehmend an. Obwohl für das Jahr 2018 eine etwas schwächere Dynamik erwartet wird, bleibt das Wachstum in Europa robust und beläuft sich zwischen 1,4 und 1,8 Prozent. Die Prognosen der Experten für die USA variieren hingegen stärker und liegen für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2018 zwischen 2,0 und 2,9 Prozent. Als große Unbekannte für die US-Konjunktur bleiben die tatsächlichen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump.

Von der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed erwarten die VÖB-Kapitalmarktexperten in den folgenden zwölf Monaten einen strafferen Kurs in der Geldpolitik. Die entscheidenden Fragen lauten: wann, was und wieviel? Während die Fed die Leitzinsen bereits erhöht hat und dies auch weiterhin tun wird, muss die EZB zunächst die Märkte kommunikativ auf einen Kurswechsel einstimmen. Die VÖB-Zinsexperten erwarten um den Jahreswechsel 2017/2018 erste Entscheidungen der EZB für einen langsamen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. So könnte die EZB zum Beispiel die Anleiheankäufe einstellen oder den negativen Einlagensatz für Banken erhöhen. Eine Erleichterung für die Sparer wird hingegen noch auf sich warten lassen.

Steigende Renditen der Bundesanleihen und der US-Treasuries prognostizieren die VÖB-Rentenstrategen auf Jahressicht. Die zehnjährige Bundesanleihe wird in zwölf Monaten in einem Korridor von 0,75 bis 1,00 Prozent erwartet, das US-Pendant wird zwischen 2,60 und 3,00 Prozent liegen. Ursache für die steigenden Renditen der US-Anleihen sind für die Zinsexperten der Kurs der Fed sowie eine – möglicherweise – expansive und damit kapitalintensive Wirtschaftspolitik der Trump-Administration. Die steigenden Renditen der Bundesanleihen sind hingegen eher mit dem beruhigten politischen Umfeld in Europa zu erklären. Obgleich Bundesanleihen und US-Treasuries in die gleiche Richtung tendieren, bleibt der Rendite-Unterschied zwischen beiden Seiten des Atlantiks groß.

Ansprechpartner

VÖB-Zinsprognose- Spektrum

4. Oktober 2017: VÖB-Zinsprognose Oktober 2017

Das Zinsprognose-Spektrum des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, umfasst verschiedene Prognose-Ansätze, die eine breit fundierte Einschätzung der zukünftigen Zinsentwicklung ermöglichen. mehr

VÖB-Aktuell

4. September 2017: VÖB-Aktuell September 2017

Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, informiert mit VÖB-Aktuell quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzvorhaben. mehr

Aktuelle Positionen

31. Juli 2017: Aktuelle Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung

Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr