Bankenverband VÖB: EZB muss umsteuern - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

7. September 2017: Bankenverband VÖB: EZB muss umsteuern

Berlin

Iris Bethge, Hauptgeschäftsführerin
Langes Zögern erschwert geldpolitische Wende

Behutsam aber konsequent umsteuern

Sparer brauchen weiterhin einen langen Atem


Zur heutigen Entscheidung der Europäischen Zentralbank, EZB, erklärt die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, Iris Bethge:

„Trotz der robusten europäischen Konjunktur und einer stabilen Inflation, wagt die Europäische Zentralbank noch keine konkreten Schritte, um ihre ultra-lockere Geldpolitik zu beenden. Das zeigt deutlich das selbstgeschaffene Dilemma der EZB. Sie ist durch ihre ultra-expansive Geldpolitik selbst ein solch bedeutender Marktteilnehmer geworden, dass bei jeder Änderung der Geldpolitik mit Marktverwerfungen zu rechnen ist.

Je länger die EZB notwendige Entscheidungen für eine straffere Geldpolitik verzögert, desto schwieriger wird es, die Märkte glaubhaft darauf einzustimmen. Eine Erfahrung, die schon die amerikanische Notenbank Fed machen musste. Wir erwarten von der EZB, behutsam aber konsequent und transparent die ultra-expansive Geldpolitik zu beenden. Die EZB muss umsteuern.

Denn diese Geldpolitik hat nicht nur Nebenwirkungen für die Märkte, sondern auch für Sparer und die Kreditwirtschaft. Gerade die kleinen und mittelständischen Banken in Deutschland stellt die langanhaltende Niedrigzinsphase vor große Herausforderungen, wie die Bundesbank und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, jüngst analysierten. Bis die Kunden von einer strafferen Geldpolitik auf ihren Konten profitieren, wird jedoch noch einige Zeit vergehen, deswegen darf die EZB nicht unnötig Zeit verschenken. Sparer brauchen weiterhin einen langen Atem.“

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