Deutsche Kreditwirtschaft sieht keinen Grund für Euphorie nach den Brexit-Gipfel-Beschlüssen - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

15. Dezember 2017: Deutsche Kreditwirtschaft sieht keinen Grund für Euphorie nach den Brexit-Gipfel-Beschlüssen

Die Deutsche Kreditwirtschaft
Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) begrüßt die heutige Feststellung des Europäischen Rates, dass in den bisherigen Verhandlungen zum Brexit ausreichender Fortschritt erreicht worden ist, um die nächste Phase der Verhandlungen zu beginnen. Gleichzeitig warnt sie davor, dies überzubewerten.

Zwar bleibt die Perspektive auf besondere und enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und dem Vereinigten Königreich erhalten, konkrete Vereinbarungen zu nach wie vor wichtigen Problemen sind aber nur aufgeschoben. So werden beispielsweise noch viele Fragen der Grenzziehung zwischen der EU (insbesondere Irland) und dem Vereinigten Königreich im Austrittsabkommen konkret zu fassen sein. Gerade auch für die anstehenden Verhandlungen über die Finanzdienstleistungen mit Blick auf die Kapitalmärkte, den Zahlungsverkehr oder die Bekämpfung der Geldwäsche ist ein zügiges Voranschreiten zu den Verhandlungen über die zukünftige Zusammenarbeit entscheidend.

Die nächsten Monate sollten konsequent dazu genutzt werden, einen harten Brexit abzuwenden. Die deutschen Banken und Sparkassen erwarten jetzt von der britischen Seite zeitnah realistische Vorschläge, um die künftigen Beziehungen gerade für den Bereich der Finanzdienstleistungen zu gestalten. Die DK unterstützt die Forderungen der EU nach einem abschließenden Trennungsabkommen, bevor eine Übergangsfrist vereinbart werden kann. In einer solchen Übergangsfrist könnte EU-Recht unverändert fortgelten.

Die deutschen Kreditinstitute haben sich auf den Brexit so vorbereitet, dass die Finanzdienstleistungen für Bürger und Unternehmen sichergestellt sind – unabhängig vom Ergebnis der politischen Verhandlungen. Banken und Sparkassen treffen derzeit alle erforderlichen Maßnahmen, um die bestehenden Verträge bei Bedarf anzupassen, rechtssicher abzuwickeln und auch im Falle eines harten Brexits alle Produkte weiter anbieten zu können. Die Privat- und Unternehmenskunden von Banken und Sparkassen in Deutschland müssen sich daher keine Sorgen machen. Zwar wird der Vorteil eines integrierten Marktes mit Großbritannien verloren gehen; dennoch sind Engpässe bei der Bereitstellung von Finanzdienstleistungen aus heutiger Sicht nicht zu erkennen.

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Publikationen

10. Oktober 2018: Positionspapier: Maßgeschneiderte Basel-III-Umsetzung für Europa notwendig

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) die noch ausstehenden Standards zur Basel-III-Finalisierung (Basel IV) veröffentlicht. Diese sollen ab dem 1. Januar 2022 angewendet werden und müssen nunmehr in EU-Recht überführt werden. mehr

VÖB-Zinsprognose- Spektrum

8. Oktober 2018: VÖB-Zinsprognose Oktober 2018

Das Zinsprognose-Spektrum des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, umfasst verschiedene Prognose-Ansätze, die eine breit fundierte Einschätzung der zukünftigen Zinsentwicklung ermöglichen. mehr

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19. September 2018: VÖB-Aktienmarkt-Prognose September 2018

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