VÖB-Aktienmarktprognose: Solide statt euphorisch - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

18. April 2018: VÖB-Aktienmarktprognose: Solide statt euphorisch

Berlin / Frankfurt am Main

Bulle und Bär
Den schwachen Jahresstart der Aktienmärkte bewerten die Aktienexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Manfred Bucher (BayernLB), Joachim Schallmayer (DekaBank), Markus Reinwand (Helaba), Jan Edelmann (HSH Nordbank), Frank Klumpp (LBBW) und Volker Sack (NORD/LB) als notwendige Korrektur. Nach den scheinbar nicht enden wollenden Rekorden der Aktienkurse im vergangenen Jahr und den Turbulenzen am Jahresanfang rechnen die Aktienstrategen der öffentlichen Banken in den kommenden Monaten mehrheitlich mit einer soliden Marktentwicklung. Gründe für den verhaltenen Optimismus der VÖB-Experten, auf Sicht von 12 Monaten liegt die Spanne der Dax-Prognosen zwischen 12.700 und 14.000 Punkten, sind besonders die Fundamentaldaten der Weltwirtschaft und die positiven Gewinnerwartungen der Unternehmen. Der damit entstehende Wiederanlagedruck von Dividenden und das weiterhin niedrige Zinsumfeld sorgen mittelfristig dafür, dass Aktien eine attraktive Anlage bleiben. Aufgrund schwächerer Frühindikatoren und hoher Bewertungen bleibt jedoch die Helaba kurzfristig skeptischer eingestellt.

Nach Ansicht der VÖB-Analysten liegen die größten Risiken für die weitere Marktentwicklung bei strengeren protektionistischen Maßnahmen der USA, die in einem Handelskrieg münden könnten, bei einem Inflationsschub in den USA sowie einer weiteren Eskalation geopolitischer Spannungen. Sofern es gelingt, diese Konflikte einzudämmen und zu moderieren, sollten Kursabstürze ausbleiben.

Auch die Ausrichtung der Geldpolitik wird laut der Prognosen der öffentlichen Banken zu keinem ernstzunehmenden Problem für die Aktienmärkte. So erwarten die Kapitalmarktexperten, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen moderat erhöhen und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleiheankäufe zum Jahresende beenden wird. Obwohl die beiden großen Notenbanken weiter von ihrer expansiven Geldpolitik Abstand nehmen, bleiben die Renditen von Aktien höher als Anleiherenditen. Die Aktienexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute sehen die Normalisierung der Geldpolitik zudem als ein Zeichen wirtschaftlicher Robustheit.

Die jüngsten Kursrückgänge haben das Risikobewusstsein der Anleger geschärft und damit vielleicht die Grundlage für steigende Kurse gelegt.

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