Gewerkschaften müssen ihre Forderungspakete erheblich reduzieren - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

1. März 2019: Gewerkschaften müssen ihre Forderungspakete erheblich reduzieren

Berlin

Gunar Feth
Die Banken-Arbeitgeber fordern die Gewerkschaften auf, in der laufenden Tarifrunde ihre sehr umfangreichen Forderungspakete erheblich zu reduzieren. Schon die reinen Gehaltsforderungen von Verdi, DBV (je 6,0 Prozent für 12 Monate) und DHV (8,0 Prozent für 18 Monate) seien unrealistisch. Das gelte auch für die kostenträchtigen Zusatzforderungen insbesondere nach mehr Urlaub und kürzerer Arbeitszeit. „Diese Forderungengehen weit über die Möglichkeiten unserer Branche hinaus, die unverändert hohe Belastungen verkraften muss. Wir brauchen jetzt ein Signal, dass die Gewerkschaften diese schwierige Situation in ihre Überlegungen einbeziehen“, sagt Karl von Rohr, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber, vor dem zweiten Verhandlungstermin (6. März in Frankfurt/Main). Gunar Feth, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken: „Das Kreditgewerbe steht auf der Ertrags- und auf der Kostenseite weiterhin enorm unter Druck. Diese Tatsachen können wir bei der Gehaltsfrage nicht ausblenden. Deshalb können die Tarifabschlüsse anderer Branchen für uns kein Maßstab sein.“

Die Arbeitgeber verwiesen erneut darauf, dass die Banken durch anhaltende Niedrigzinsen, verschärfte Regulierung, verändertes Kundenverhalten und hohe Investitionen in neue digitale Geschäftsmodelle stark belastet seien. Deshalb bleibe der Verteilungsspielraum beim Gehalt sehr gering. Zugleich sei das Vergütungsniveau im Bankgewerbe immer noch sehr hoch, und die Bankbeschäftigten hätten trotz schwieriger Lage auch in den Jahren seit der Finanzkrise von realen Gehaltszuwächsen profitiert.

Darüber hinaus betonten die Arbeitgeber, die Arbeitsqualität im Bankgewerbe bewege sich auf hohem Niveau und habe sich zuletzt noch verbessert. 85 Prozent der Beschäftigten seien mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, fast ebenso viele bewerteten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut, und neun von zehn Beschäftigten könnten gut mit neuen Herausforderungen umgehen. Auch die empfundene Arbeitsbelastung liege derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit Jahren. Dies zeigten aktuelle repräsentative Beschäftigtenbefragungen. Vor diesem Hintergrund sei die Argumentation der Gewerkschaft Verdi nicht nachvollziehbar, die Beschäftigten klagten über gestiegene Arbeitsbelastung und bräuchten sechs zusätzliche freie Tage.

Die Banken-Arbeitgeber haben ihrerseits einen Vorschlag in die Tarifrunde eingebracht, der Unternehmen und Beschäftigten höhere Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung ermöglichen soll. Dabei geht es um einen längeren Ausgleichszeitraum für alle Beschäftigten bei Abweichungen von der täglichen Arbeitszeit über acht Stunden hinaus. In zunehmend agilen Arbeits- und Organisationsstrukturen ließen sich so mehr Spielräume für alle Beteiligten schaffen.

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