VÖB Kapitalmarktprognose: Notenbanken im Vorsichtsmodus - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

28. März 2019: VÖB Kapitalmarktprognose: Notenbanken im Vorsichtsmodus

Frankfurt am Main

Niedrige Renditen für Anleihen im Euroraum und ein schwächeres Wirtschaftswachstum erwarten Alexander Aldinger (BayernLB), Michael Klawitter (DekaBank), Christoph Kutt (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) auf der Kapitalmarktprognose-Pressekonferenz des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB. Für Deutschland und die Eurozone gehen die Kapitalmarktexperten von einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum aus. Ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2019 bewegen sich für Deutschland zwischen 0,7 und 1,3 Prozent, für den Euroraum zwischen 1,0 und 1,4 Prozent.

Die VÖB-Kapitalmarktstrategen sind sich einig: „Die größten Risiken gehen von den weltweit schwelenden Handelskonflikten aus, besonders das angespannte Verhältnis zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten belastet. Das Brexit-Chaos und eine nachlassende Industrieproduktion in Europa, vor allem in Deutschland, sorgen zudem für Unsicherheit.“ Für die USA erwarten die Experten der VÖB-Mitgliedsinstitute im Jahr 2019 eine robuste Entwicklung der Konjunktur und ein Wachstum zwischen 2,1 und 2,6 Prozent. Allerdings wird der positive Effekt der umfangreichen Steuerreform der Trump-Administration nachlassen und somit die Wachstumsdynamik bremsen.

Angesichts dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zweifeln die VÖB-Experten an einer strafferen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) oder gar an einer Zinswende in der Eurozone im Jahr 2019: „Frühestens 2020 könnte die EZB den Einlagenzinssatz für Banken aus dem negativen Bereich anheben oder kommunikative Maßnahmen für höhere Zinssätze einleiten. Die Geldpolitik der EZB wird also kurzfristig nicht für steigende Anleiherenditen sorgen.“ Außerdem sind Bundesanleihen in unsicheren Zeiten traditionell ein gefragtes Investment, der davon ausgehende Safe-Haven-Effekt bremst die Renditen der deutschen Staatsanleihen zusätzlich. In 12 Monaten erwarten alle Experten die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe zwischen 0,40 und 0,60 Prozent. Auch von der US-Notenbank Fed erwarten die Kapitalmarktstrategen kurzfristig keine Impulse für steigende Renditen: „Die Fed legt bei ihrem bisherigen Kurs einer strafferen Geldpolitik eine Pause ein.“ Auf Sicht von 12 Monaten prognostizieren die VÖB-Institute eine Rendite zwischen 2,55 und 3,00 Prozent für US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit.

Die Vertreter der VÖB-Institute erklären: „EZB und Fed werden im Zweifel eine straffere Geldpolitik verzögern, um die Konjunktur nicht zu gefährden.“

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