AnaCredit - Projekt der EZB - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

15. Juli 2014: AnaCredit - Projekt der EZB

Eine genaue Kenntnis über Art, Höhe, Laufzeit und Schuldner der von Banken vergebenen Kredite hat für die Erfüllung verschiedener Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) eine zunehmende Bedeutung. Dies gilt im Hinblick auf die Geldpolitik, die Sicherung der Finanzstabilität sowie die Identifizierung von Risiken im Rahmen der Bankenaufsicht. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der bevorstehenden Übernahme der Bankenaufsicht im Rahmen des Single Supervisory Mechanism (SSM) hat die EZB für die künftige Erhebung hochgranularer Kreditdaten das Projekt „Analytical Credit Dataset“ (AnaCredit) aufgesetzt. Als Basis für die Datensammlung sollen in einem ersten Schritt die nationalen Kreditregister dienen, dass heißt in Deutschland die Milli-onenkreditmeldung der Institute. AnaCredit soll zunächst Kredite an juristische Personen erfassen. Langfristig sollen die Meldungen auf Kredite an private Haushalte ausgeweitet werden. In Abweichung vom bisherigen deutschen Millionenkredit-Meldeverfahren sollen die Meldungen sowohl auf Basis des Einzelkre-ditnehmers als auch für Gruppen von Kreditnehmern erfolgen. Als Meldeschwelle werden 50 TEUR diskutiert. Rechtsverbindlichkeit erlangt das Projekt über eine direkt bindende EZB-Verordnung, die voraussichtlich im Januar 2015 veröffentlicht wird. Bis dahin wird der Zeitplan („Roadmap“) für die stufenweise Umsetzung der Meldeanforderungen konkretisiert. Ende 2016 sollen erstmals harmonisierte Daten erhoben werden.
Nach einer ersten Analyse werden die mit dem AnaCredit-Projekt verbundenen Meldeanforderungen für Institute und Rechenzentren sowohl hohe Implementierungskosten als auch hohe laufende Kosten verursachen. Hintergrund ist die Zusammenführung der Daten aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen und unterschiedlichen IT-Systemen (Bilanzierung und Rechnungswesen, Meldewesen, Risikomanagement). Darüber hinaus werden einige von der EZB geforderte Informationen von deutschen Instituten bislang nicht erhoben. Wir bezweifeln, ob der erhebliche Meldeaufwand durch einen entsprechenden Erkenntnisgewinn gerechtfertigt ist, dass heißt aus der Vielzahl der Meldedaten der Finanzstabilität dienliche Maßnahmen hergeleitet werden können.

Aktuelle Positionen

17. Oktober 2019: Aktuelle Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung

Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr

Publikationen

16. Oktober 2019: VÖB Kapitalmarktprognose – Oktober 2019

Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Dr. Ulrich Kater (DekaBank), Birgit Henseler (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

Publikationen

16. September 2019: VÖB Aktuell – September 2019

Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr