AnaCredit Projekt der EZB - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

8. Mai 2015: AnaCredit Projekt der EZB

Das Projekt „Analytical Credit Datasets“ (AnaCredit) soll der Europäischen Zentralbank (EZB) genaue Kenntnis über Art, Höhe, Laufzeit und Schuldner der von Banken in der Eurozone vergebenen Kredite verschaffen. Die Daten sollen sowohl bankaufsichtlichen Zwecken dienen als auch geldpolitische Erwägungen der EZB unterstützen.
Die EZB hat im Frühjahr 2015 Details zu den geplanten Meldeanforderungen bekannt gegeben. Jeder zu meldende Kredit soll mindestens quartalsweise mit ca. 150 Einzelinformationen beschrieben werden, wie zum Beispiel allgemeine Kreditnehmerdaten, Risikoinformationen, Besicherung und bilanzielle Behandlung des Kredites.
Gegenüber der ursprünglichen Planung der EZB, die erstmalige Datenlieferung bereits 2016 zu verlangen, wurde der Start von AnaCredit auf Ende 2017 verschoben. Die Meldeschwelle wurde zugleich von 50.000 Euro auf 25.000 Euro abgesenkt. Der Kreis der zu meldenden Kreditnehmer wird schrittweise erweitert. Während zunächst nur Unternehmenskredite meldepflichtig werden, sollen ab 2020 auch private Immobilienfinanzierungen anzugeben sein. Aufgrund der hohen Komplexität der Meldeanforderungen ist die Verschiebung der Erstanwendung von AnaCredit sowie die schrittweise Erweiterung des Meldungsumfanges zu begrüßen. Gleichwohl bleibt weiterhin fraglich, ob der erhebliche Meldeaufwand durch einen entsprechenden Erkenntnisgewinn gerechtfertigt ist, dass heißt ob aus der Vielzahl der Meldedaten der Finanzstabilität dienliche Maßnahmen hergeleitet werden können.

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