Baseler Ausschuss veröffentlicht überarbeitete Net Stable Funding Ratio - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

20. November 2014: Baseler Ausschuss veröffentlicht überarbeitete Net Stable Funding Ratio

Der Baseler Ausschuss hatte im Dezember 2010 Empfehlungen zur Einführung einer strukturellen Liquiditätsquote verabschiedet. Diese sogenannte „Net Stable Funding Ratio (NSFR)“ sollte vor allem die übermäßige Refinanzierung der Banken durch kurzfristige Mittel einschränken, die vor der Finanzkrise beobachtet wurde. Hierzu sollen Aktiva, die länger als ein Jahr auf der Bilanz bleiben, durch Mittel refinanziert werden, die der Bank länger als ein Jahr zur Verfügung stehen.
Die Auswirkungen der NSFR wurden im Rahmen der Quantitativen Auswirkungsstudie des Baseler Ausschusses (sogenanntes „Basel III-Monitoring“) überprüft. Auf der Grundlage dieser Untersuchung und nach einer Konsultation mit der Kreditwirtschaft passte der Baseler Ausschuss einzelne Komponenten der NSFR an und veröffentlichte seine neuen Regelungen am 31. Oktober 2014.
Hierin wurden auf der einen Seite die Regelungen zur Anerkennung von verfügbarer stabiler Refinanzierung großzügiger gestaltet. Insbesondere Retaileinlagen und operative Einlagen anderer Banken mit einer Laufzeit von unter einem Jahr können in größerem Umfang als stabile Refinanzierung anerkannt werden. Auf der anderen Seite wurden jedoch die Anforderungen an die erforderliche Refinanzierung verschärft. Dies betrifft insbesondere Forderungen gegenüber anderen Finanzinstituten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Diese mussten bislang nicht angerechnet werden. In dem neuen Standard sollen solche Forderungen in Abhängigkeit von der Laufzeit und der Besicherung mit stabiler Refinanzierung unterlegt werden. Nicht zuletzt wurde die Berücksichtigung von Derivaten erstmals explizit geregelt.
Besondere Regelungen wurden für Einlagen innerhalb eines institutssichernden Haftungsverbundes und für durchgeleitete Förderkredite aufgenommen: Nach nationalem Ermessen können nunmehr Einlagen innerhalb eines institutssichernden Haftungsverbundes mit einer Laufzeit von weniger als einem halben Jahr als verfügbare stabile Refinanzierung anerkannt werden. Solche Einlagen können die Banken spiegelbildlich zur Behandlung beim einlegenden Institut anrechnen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Aktiv- und Passivpositionen, die sich aus durchgeleiteten Förderkrediten ergeben, im Rahmen der NSFR unberücksichtigt zu lassen.
Die NSFR soll von international tätigen Instituten nach wie vor ab dem 1. Januar 2018 angewendet werden. Ob sie in der EU umgesetzt wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Europäische Bankaufsichtsbehörde (EBA) soll der EU-Kommission bis Ende 2015 darüber Bericht erstatten, ob die Einführung der NSFR in der EU angemessen wäre. Auf der Grundlage dieses Berichtes kann die EU-Kommission dann bis zum 31. Dezember 2016 einen entsprechenden Gesetzgebungsvorschlag auf den Weg bringen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Baseler Ausschusses.

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