Information zu den Ergebnissen der NZU-Umfrage 2017 - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

4. September 2017: Information zu den Ergebnissen der NZU-Umfrage 2017

In diesem Jahr fand zum dritten Mal eine Umfrage zur Lage deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld (NZU-Umfrage) statt. An der Erhebung im Zeitraum vom 3. April 2017 bis zum 30. Juni 2017 nahmen insgesamt 1.555 weniger bedeutende Institute teil, die unmittelbar von BaFin und Deutscher Bundesbank beaufsichtigt werden, darunter 20 VÖB-Mitglieder. Ziel der Umfrage war es, der deutschen Aufsicht einen Eindruck über die Auswirkungen verschiedener Zinsszenarien zu verschaffen, um die Widerstandsfähigkeit und die Ertragskraft der Institute unter schwierigen Bedingungen beurteilen zu können.

Die Umfrage setzte sich aus drei Teilen zusammen. Im ersten Teil wurden die Plan- beziehungsweise Prognosedaten der Institute sowie die Ergebnisse von fünf aufsichtlich vorgegebenen Zinsszenarien abgefragt. Der zweite Teil umfasste einen Stresstest, der sich auf die besonders relevanten Bereiche Zinsänderungsrisiko, Kreditrisiko und Marktrisiko konzentrierte. Bei den Stressszenarien handelte es sich nicht um reale Marktentwicklungen, sondern um hypothetische Annahmen zur Untersuchung der Auswirkungen einer besonders ungünstigen Zinsentwicklung auf die Eigenkapitalausstattung der Institute. Die daraus resultierenden Risiken wurden bei der Berechnung der aufsichtlichen Eigenmittelzielkennziffer berücksichtigt. Der dritte Teil der Umfrage befasste sich mit möglichen Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf die Bereiche Kreditvergabestandards, Wohnimmobilien und Pensionsverpflichtungen.

Im Rahmen eines Pressegespräches am 30. August 2017 erläuterten die deutschen Aufsichtsbehörden die aggregierten Ergebnisse der Umfrage. Die meisten Institute würden trotz der Belastungen über ausreichende Kapitalpuffer verfügen, um mögliche weitere Schocks abzufedern. Auch nach Stress seien die Institute überwiegend stark kapitalisiert und würden die aufsichtlichen Kapitalanforderungen weit übererfüllen. Probleme mit den Kapitalanforderungen hätten im Stressfall 122 Institute (8 %) bzw. unter Berücksichtigung der stillen Reserven 68 Institute (4,5 %).

Hinsichtlich der Untersuchung der Kreditvergabestandards wurde festgestellt, dass das dynamische Kreditwachstum nicht von einer allgemeinen Lockerung der Kreditvergabestandards begleitet wird. Insbesondere die Auswertung qualitativer Angaben zeigte, dass die Wettbewerbsintensität auf dem deutschen Bankenmarkt weiterhin hoch sei. Die Hälfte der Institute sehe sich aktuell einem stärkeren Wettbewerb ausgesetzt als noch vor zehn Jahren. Als Haupttreiber würden insbesondere regionale Banken, d. h. Banken mit einem ausgeprägten Filialnetz, aber auch überregionale Banken identifiziert. Zudem werde mit einem zunehmenden Wettbewerb durch die FinTechs gerechnet. Weitere Informationen zu den Ergebnissen finden Sie hier.

Die mit der Einrichtung eines Fachgremiums verbundene Möglichkeit, als Instituts- und Verbandsvertreter bei der praktischen Ausgestaltung der Methodik der Datenumfrage mitzuwirken, haben wir sehr begrüßt. Wir gehen davon aus, dass durch den Dialog mit den Aufsichtsbehörden der verhältnismäßig hohe manuelle Aufwand der Umfrage, insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Instituten, zukünftig weiter reduziert werden kann.

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Traditionell gilt die deutsche Wirtschaft, insbesondere der Mittelstand, als bankenfinanziert. Ausgehend von diesem Befund beleuchtet die aktuelle Ausgabe der VÖB-Wirtschaftsampel die Nebenwirkungen, die regulatorische Verschärfungen für Banken auf die Realwirtschaft entfalten können. mehr

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