Finale Empfehlungen zu Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC) - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

Finale Empfehlungen zu Total Loss-Absorbing Capacity (TLAC)

Vor dem Hintergrund des am 15./16. November 2015 stattgefundenen G20-Gipfels in Antalya hat das Financial Stability Board (FSB) am 9. November 2015 die finalen Empfehlungen zum Aufbau eines zusätzlichen Kapitalpuffers für Zwecke einer Institutsabwicklung („Total Loss-Absorbing Capacity“, TLAC) für global systemrelevante Institute (G-SIB) bekannt gegeben.
Die konkreten TLAC-Anforderungen wurden auf Grundlage eines im November 2014 veröffentlichten Konsultationspapiers sowie von Auswirkungsstudien finalisiert, die das FSB zusammen mit dem Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht durchgeführt hat. Entsprechend der am 3. November 2015 veröffentlichten G-SIB-Liste, die vom FSB und Baseler Ausschuss jährlich aktualisiert wird, wurden weltweit insgesamt 30 Institute als G-SIB eingestuft, darunter kein Mitglied des VÖB.
Nach der finalen FSB-Empfehlung sollen G-SIBs ab dem 1. Januar 2019 eine TLAC-Mindestquote von mindestens 16 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva (RWA) und 6 Prozent ihrer Höchstverschuldungsquote nach Basel III (Leverage Ratio) vorhalten. Ab dem 1. Januar 2022 sollen diese Mindestquoten erhöht werden (mindestens 18 Prozent der RWA und 6,75 Pro-zent der Leverage Ratio). Die zur Erfüllung der TLAC-Mindestquote zugelassenen Kapitalinstrumente müssen zudem mindestens zu 33 Prozent aus nachrangigem Fremdkapital bestehen beziehungsweise dürfen nicht mehr als 67 Prozent des harten Kernkapitals umfassen. In diesem Zusammenhang hat das FSB insbesondere klargestellt, dass nur Instrumente oder Verbindlichkeiten als TLAC-fähige Instrumente klassifiziert werden können, sofern diese eine vertragliche Restlaufzeit von mindestens einem Jahr haben, nicht rückkaufbar sind sowie in diesem Rahmen das „no creditor worse off“-Prinzip eingehalten wird, dass heißt kein Gläubiger darf im Abwicklungsverfahren schlechter gestellt werden, als er es durch eine Insolvenz wäre.
Da für G-SIBs die TLAC-Anforderungen zusätzlich zu den regulatorischen Kapitalanforderungen nach Basel III einzuhalten sind, hat der Baseler Ausschuss zudem bis zum 12. Februar 2016 Vorschläge zur Konsultation gestellt, um das bereits in den FSB-Empfehlungen skizzierte Zusammenspiel der TLAC- und Kapitalanforderungen nochmals klarzustellen. Die Änderungsvorschläge sollen im Basel-III-Regelwerk eingepflegt werden.

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