Gutachten zur Beurteilung der Leverage Ratio - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

Gutachten zur Beurteilung der Leverage Ratio

Im Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) haben wir ein Gutachten zur Beurteilung der Leverage Ratio als aufsichtliche Kennziffer in Auftrag gegeben. Das Gutachten wurde Ende Oktober finalisiert.
Im Ergebnis zeigt das Gutachten, dass die risikobasierten Eigenkapitalanforderungen nicht Ursache für destabilisierende Entschuldungsprozesse sind. Darüber hinaus ist eine Leverage Ratio als Schutz vor Schätzfehlern und Modellrisiken sowie zur Begrenzung des Risikos der übermäßigen Verschuldung nicht geeignet. Bereits eine Leverage Ratio in Höhe von drei Prozent kann zur bindenden Eigenkapitalvorschrift für die Banken werden und damit deren Geschäftspolitik beeinflussen.
Die Folge einer bindenden Leverage Ratio wäre, dass insbesondere risikoarme Bankprodukte wie das Verbund- und Fördergeschäft nachteilig betroffen wären. Wir befürchten, dass die Finanzierung wichtiger politischer Vorhaben durch die Leverage Ratio diskriminiert wird. Förderkredite stellen ein wichtiges Instrument der langfristigen Finanzierung der Wirtschaft dar und werden für nicht wettbewerbliche Zwecke zur Unterstützung von Gemeinwohlzielen gewährt. Im Falle ihrer Weiterleitung („Hausbank-Prinzip“) sind Förderkredite im Rahmen der Leverage Ratio sogar mehrfach mit Eigenmitteln zu unterlegen. Dies steht im klaren Widerspruch zum staatlichen Förderungsauftrag. Wir fordern daher – analog zur EU-Bankenabgabe – eine Ausnahme für Förderkredite bei der Berechnung der Leverage Ratio.
Auch die bewährten Haftungsverbünde benötigen eine Befreiung der verbundinternen Forderungen bei der Ermittlung der Leverage Ratio, um der realwirtschaftlichen Bedeutung der Sicherungseinrichtung angemessen Rechnung zu tragen. Die bisherige aufsichtsrechtliche Anerkennung der Verbundstrukturen sollte auch auf die Leverage Ratio übertragen werden.
Wir haben das Gutachten an die zuständigen Vertreter der Bankenaufsicht übermittelt und werden uns im Zuge der anstehenden Diskussionen über die Kalibrierung und Beurteilung der Leverage Ratio für eine Sonderbehandlung des Verbund- und Fördergeschäftes einsetzen.

Publikationen

1. April 2019: VÖB Digital: Eigenregie oder Outsourcing?

Eine starke deutsche und europäische Volkswirtschaft braucht starke heimische Banken. Wie erfolgreich sich die deutschen und europäischen Banken im internationalen Wettbewerb positionieren werden, hängt entscheidend davon ab, wie ihnen die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle und -prozesse gelingt. mehr

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28. März 2019: VÖB Kapitalmarktprognose – März 2019

Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Michael Klawitter (DekaBank), Christoph Kutt (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

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18. März 2019: VÖB-Positionen zur Europawahl 2019

Im Mai werden die Weichen für die Stabilität und Zukunftsfähigkeit Europas gestellt. Damit die deutschen und europäischen öffentlichen Banken weiterhin ihren starken Beitrag zu einem wettbewerbsfähigen Europa leisten können, brauchen wir zukunftsorientierte Rahmenbedingungen. mehr