Konsultationspapier des FSB zur Total Loss Absorbing Capacity - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

25. November 2014: Konsultationspapier des FSB zur Total Loss Absorbing Capacity

Große, weltweit tätige Institute stehen seit der Finanzkrise verstärkt im Fokus des Gesetzgebers und der Aufischtsbehörden. Scheitert ein solches Institut, drohen erhebliche Auswirkungen auf das globale Finanz- und Wirtschaftssystem. Die Behörden sehen in diesem Fall staatliche Stützungsmaßnahmen als wahrscheinlich an. Die Institute sind insoweit „too-big-to-fail“. Aufsichtsbehörden können von global systemrelevanten Instituten (G-SIB) bereits heute die Vorhaltung von zusätzlichen Eigenmitteln fordern. Trotz der bestehenden Möglichkeit höherer Kapitalpuffer sehen die 20 größten Industrieländer (G20) das Problem des „too-big-to-fail“ als nicht gelöst an.
Die G20 haben das Financial Stability Board (FSB) insoweit beauftragt, ein Konzept für eine ausreichende Kapitalisierung von G-SIB im Falle einer Abwicklung zu erarbeiten. Das FSB hat inzwischen entsprechende Vorschläge zur Konsultation gestellt. Kernelement ist der Aufbau einer „Total Loss Absorbing Capacity“ (TLAC), das heißt eines Kapitalpuffers, der im Falle einer Abwicklung Verluste trägt. Mit dem Vorschlag geht das FSB deutlich über die bisherigen Vorgaben zur Kapitalausstattung der Institute hinaus. Diskutiert wird eine TLAC in Höhe von 16 bis 20 Prozent der risikogewichteten Aktiva sowie die Verdoppelung der Basel III-Leverage Ratio. Die zur dauerhaften Erfüllung zugelassenen Eigenmittelinstrumente müssen zu mindestens 33 Prozent aus nachrangigem Fremdkapital bestehen, die nicht bereits der Einhaltung der übrigen Kapitalanforderungen dienen. Darüber hinaus muss eine Wandlung oder Herabschreibung der Instrumente in hartes Kernkapital möglich sein.
Die TLAC stellt in der vorgeschlagenen Form eine weitere deutliche Verschärfung der Kapitalanforderungen für G-SIB dar. Neben der fortschreitenden Verwässerung der Grenzen zwischen Eigen- und Fremdkapitalbestandteilen im Falle der Abwicklung eines Instituts führt der Zwang zur Vorhaltung eines hohen Bestands nachrangiger Fremdkapitalinstrumente mit entsprechenden Haftungsrisiken zu weiter ansteigenden Refinanzierungskosten. Die deutsche Aufsicht hält eine perspektivische Anwendung der Vorschläge zumindest auf anderweitig systemrelevante Institute für wahrscheinlich.

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