Meldung granularer Kreditdaten – Stand des Projektes AnaCredit - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

7. Februar 2015: Meldung granularer Kreditdaten – Stand des Projektes AnaCredit

Das Projekt Analytical Credit Dataset (AnaCredit) soll der EZB eine genaue Kenntnis über Art, Höhe, Laufzeit und Schuldner der von Banken vergebenen Kredite verschaffen und damit der Erfüllung verschiedener Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) dienen. Im November 2014 hat die EZB weitere Details zum Projektstand und den geplanten Meldeanforderungen bekannt gegeben.
Demnach sollen in einem ersten Schritt ab Ende 2016 Daten zu Krediten gegenüber Nicht-Finanzunternehmen und dem öffentlichen Sektor ab einer Meldeschwelle von TEUR 50 auf Einzelkreditebene (Loan-by-Loan) quartalsweise zu melden sein. In einem zweiten Schritt werden voraussichtlich ab Mitte 2018 die Meldeschwelle auf TEUR 25 abgesenkt sowie der Umfang der Meldung auf Kredite an natürliche Personen und Immobilienfinanzierungen ausgedehnt. Die EZB behält sich eine weitere schrittweise Ausdehnung des Meldeumfanges vor. Rechtsverbindlichkeit wird über eine EZB-Verordnung erlangt, die voraussichtlich am 10. Mai 2015 veröffentlicht werden soll und sich an die nationalen Zentralbanken richtet. Die konkreten Meldeanforderungen in Deutschland werden dann im Rahmen einer ergänzenden Bundesbankverordnung umgesetzt.
Die mit dem AnaCredit-Projekt verbundenen Meldean-forderungen für Institute und Rechenzentren werden sowohl hohe Implementierungskosten als auch hohe laufende Kosten verursachen. Hintergrund ist die Zusammenführung der Daten aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen und unterschiedlichen IT-Systemen (Bilanzierung und Rechnungswesen, Meldewesen, Risikomanagement). Darüber hinaus werden einige von der EZB geforderte Informationen von deutschen Instituten bislang nicht erhoben. Darüber hinaus zeichnet sich bereits ab, dass vorerst trotz des erheblichen Meldeumfangs von AnaCredit, alle übrigen Meldungen zu nationalen Kreditregistern und statistische Meldungen weiter fortgeführt werden. Insgesamt ist es für uns fraglich, ob der erhebliche Meldeaufwand durch einen entsprechenden Erkenntnisgewinn gerechtfertigt ist, dass heißt ob aus der Vielzahl der Meldedaten der Finanzstabilität dienliche Maßnahmen hergeleitet werden können.

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