Notleidende Kredite (NPL) - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

9. Oktober 2017: Notleidende Kredite (NPL)

Die EZB hat Anfang Oktober 2017 ein Konsultationspapier zur Ergänzung ihres NPL-Leitfadens vom März 2017 veröffentlicht. Die Ergänzung beschreibt die EZB-Erwartungen hinsichtlich eines Mindestmaßes an aufsichtlicher Risikovorsorge für alle Kredite, die ab dem 1. Januar 2018 neu als notleidend im Sinne der EBA-Definition zu kategorisieren sind.
Das Backstop-Konzept der EZB berücksichtigt sowohl Zeitspannen, das heißt wie lange ein Kredit bereits notleidend ist, als auch den Umfang und die Bewertung von Sicherheiten. Für den unbesicherten Teil der NPL sollen innerhalb von zwei Jahren Rückstellungen in voller Höhe zu bilden sein. Der besicherte Teil ist innerhalb von sieben Jahren abzuschreiben.
Zur Erfüllung des Backstops sollen die bilanzielle Risikovorsorge, die negative Differenz aus dem Wertberichtigungsvergleich sowie freiwillige Eigenmittelabzüge gemäß Art. 3 CRR herangezogen werden. Die EZB empfiehlt ferner die Schließung potenzieller Lücken gegenüber den aufsichtsrechtlichen Mindesterwartungen. Obwohl die Vorgaben nicht verbindlich sind, wird eine Erläuterung bei Abweichungen sowie eine jährliche Meldung zur Einhaltung der aufsichtlichen Min-destvorgaben bezüglich der Risikovorsorge erwartet.
Im Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) bewerten wir diese Vorschläge grundsätzlich kritisch und erarbeiten derzeit eine entsprechende Stellungnahme. Zudem hat die EU-Kommission die Vorschläge der EZB im Kern aufgegriffen und parallel zwei eigene Konsultationen zum Abbau von NPL eingeleitet.
Anders als die EZB beziehen sich die Vorschläge der EU-Kommission nur auf neu vergebene Kredite, die als NPL eingestuft werden. Darüber hinaus weicht der Vorschlag der EU-Kommission auch bei den methodischen Aspekten im Hinblick auf die Zeiträume, den Aufbauverlauf der Backstops und die Sicherheitenanrechnung von den Vorschlägen der EZB ab.

Aktuelle Positionen

17. Oktober 2019: Aktuelle Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung

Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr

Publikationen

16. Oktober 2019: VÖB Kapitalmarktprognose – Oktober 2019

Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Dr. Ulrich Kater (DekaBank), Birgit Henseler (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

Publikationen

16. September 2019: VÖB Aktuell – September 2019

Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr