Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

14. Dezember 2012: Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)

MaRisk
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 14. Dezember 2012 die endgültige Fassung des überarbeiteten Rundschreibens zu den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) veröffentlicht. Wie dem Anschreiben der BaFin zu entnehmen ist, gehen die Änderungen insbesondere auf die Umsetzung von Basel III in der EU (CRD IV), die EBA Guidelines on Internal Governance (GL 44), die CEBS Guidelines on Liquidity Cost Benefit Allocation (GL 36) und zwei Empfehlungen des European Systemic Risk Board (ESRB) zurück. Die wesentlichen Änderungen gegenüber der dritten MaRisk-Novelle sind im Anhang (Vermerk) kurz erläutert.

Die neue Fassung der MaRisk ist zum 1. Januar 2013 in Kraft getreten. Um den Instituten eine ausreichende Umsetzungsfrist einzuräumen, sind sämtliche Anforderungen, die im MaRisk-Kontext neu sind und nicht bloß einen klarstellenden Charakter haben, jedoch erst zum 31. Dezember 2013 umzusetzen. Zusätzlich versichert die Aufsichtsbehörde, dass sie bei der aufsichtlichen Beurteilung der Umsetzung der neuen Anforderungen an die Verrechnungssysteme für Liquiditätskosten, -nutzen und -risken über den Umsetzungszeitraum hinaus mit Augenmaß vorgehen werde. Die Verzögerungen dürften allerdings nicht auf die Versäumnisse des geprüften Institutes zurückzuführen sein.

Mit den MaRisk werden die an die Institute gerichteten qualitativen Elemente des bankaufsichtlichen Überprüfungsverfahrens (Supervisory Review Process) der zweiten Säule von Basel III geregelt. Im Rahmen der bisherigen Überarbeitungen des Rundschreibens vom 20. Dezember 2005 wurden die zwischenzeitlich modifizierten Outsourcing-Regelungen integriert (erste Novelle im Jahre 2007) sowie Schwachstellen im Risikomanagement beseitigt, die im Verlauf der Finanzmarktkrise sichtbar wurden (zweite und dritte Novelle in den Jahren 2009 und 2010).

Ein zentrales Element der MaRisk ist das Risikotragfähigkeitskonzept. In diesem Konzept geht es im Kern darum, die wesentlichen Risiken aus der Geschäftstä-tigkeit durch internes Kapital (Risikodeckungspotenzial) abzudecken. Die Vorga-ben zu den Risikotragfähigkeitskonzepten wurden bereits im Rahmen der dritten Novelle verschärft. Zudem hat die BaFin am 7. Dezember 2011 ein Papier zur aufsichtlichen Beurteilung interner Risikotragfähigkeitskonzepte veröffentlicht, das konkretisierende Vorgaben enthält und bei Prüfungshandlungen ebenfalls als Maßstab herangezogen wird.


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