Weiterentwicklung der Risikotragfähigkeitskonzepte - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

12. September 2017: Weiterentwicklung der Risikotragfähigkeitskonzepte

Die BaFin hat am 5. September 2017 die Neuausrichtung ihres Leitfadens zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte (RTF-Konzepte) in Angriff genommen. Verantwortlich für die geplante Anpassung der Vorgaben vom 7. Dezember 2011 sind die Etablierung des einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM), die damit verbundene Rolle der EZB und die Leitlinien der EBA zum aufsichtlichen Überwachungs- und Bewertungsprozess (SREP).

Neben einer Darstellung der regulatorischen Vorgaben sowie der grundlegenden Prinzipien und Ziele des ICAAP und dessen Überprüfung wird hinsichtlich der Risikoquantifizierung und der Bestimmung der Risikodeckungspotenziale im Detail auf die beiden aus der SSM-Mehrjahresplanung bekannten Perspektiven eingegangen. Die normative Perspektive wird durch einen Kapitalplanungsprozess ergänzt, bei dem zwischen einem Planszenario und adversen Entwicklungen unterschieden wird. Die ökonomische Perspektive läuft auf die internen RTF-Konzepte nach den MaRisk hinaus, wobei insbesondere die Konsistenz zwischen der Risikoquantifizierung und der Bestimmung des Risikodeckungspotenzials betont wird. Ergänzt werden beide Perspektiven um Stresstests und grundsätzliche Vorgaben zur Einbindung der Ergebnisse in die Banksteuerung.

Die Fortführung der bisherigen Going-Concern-Ansätze ist bis auf weiteres zulässig, sofern der für die Erfüllung der verbindlichen aufsichtlichen Kapitalanforderungen notwendige Teil der Risikodeckungsmasse inklusive des SREP-Zuschlages nicht im RTF-Konzept berücksichtigt wird. Im Annex zum Leitfaden hat die Aufsicht die für diese Ansätze weiterhin relevanten Inhalte des aktuellen Leitfadens in leicht modifizierter Form zusammengefasst, wobei sie sich weitere Anpassungen vorbehält. Die Pressemitteilung der EZB vom 16. August 2017, wonach die harmonisierte LSI-SREP-Methodik ab 2018 von den nationalen Aufsichtsbehörden verwendet und alle LSI spätestens ab 2020 nach dieser Methodik geprüft werden sollen, lässt auf eine relativ kurze Übergangsfrist schließen.

Die Konsultationsfrist endet am 17. Oktober 2017. Im Rahmen einer Sitzung des Fachgremiums MaRisk, die den aktuellen Planungen zufolge in der ersten Novemberhälfte stattfinden soll, wird die in den kommenden Wochen zu erarbeitende Stellungnahme der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) besprochen. Die endgültige Fassung des neuen Leitfadens soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

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