Zukunft interner Ratingverfahren - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

11. April 2016: Zukunft interner Ratingverfahren

Leipziger Platz
Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht möchte für wesentliche Portfolios die Nutzung interner Ratingverfahren zur Berechnung der Eigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken verbieten. Nach einem am 24. März 2016 veröffentlichten Konsultationspapier soll dies vor allem für Forderungen an Banken und große Unternehmen (konsolidierte Bilanzsumme größer als 50 Milliarden Euro) gelten. Für Spezialfinanzierungen soll im Rahmen des auf internen Ratings basierenden Ansatzes (IRBA) künftig nur noch ein einfacher Ansatz anwendbar sein, in dem die einzelnen Finanzierungen anhand aufsichtlich vorgegebener Kriterien bestimmten Risikogewichten zugeordnet werden (Slotting-Ansatz). In den im IRBA verbleibenden Portfolios sollen Untergrenzen für die von den Instituten selbst geschätzten Risikoparameter Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und Verlustschwere (LGD) eingeführt werden.

Zur Begründung verweist der Baseler Ausschuss vor allem auf die im Rahmen aufsichtlicher Vergleichsrechnungen (Benchmarking) beobachteten Unterschiede in den Risikoschätzungen der Institute. Diese seien zwar zum weit überwiegenden Teil durch Unterschiede in den Kreditportfolios der Banken erklärbar; es verbleibe jedoch ein Rest, der sich nach Ansicht des Ausschusses nur durch die unterschiedlichen Anwendungen der aufsichtlichen Vorgaben in bestimmten Ländern oder Banken erklären lässt. Die Banken seien zwar in der Lage, die Rangfolge der Risiken der Kreditnehmer einheitlich zu bestimmen; das Niveau des ermittelten Risikos weicht jedoch von Bank zu Bank ab. Darüber hinaus sind nach Ansicht des Baseler Ausschusses in vielen Bereichen keine ausreichenden Daten vorhanden, die eine verlässliche Schätzung erlauben.

Unseres Erachtens schießt der Baseler Ausschuss mit seinem Vorschlag weit über das Ziel hinaus. Um die beobachteten Unterschiede in den Risikoschätzungen zu verringern, sollte an den aufsichtlichen Vorgaben angesetzt werden. Hier hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA bereits ein umfangreiches Arbeitsprogramm auf den Weg gebracht, mit dem bis Ende 2018 die Risikoschätzungen der Banken weiter vereinheitlicht werden sollen. Auch die laufende Überprüfung interner Ratingverfahren im Rahmen des sogenannten TRIM-Prozesses durch die Europäische Zentralbank wird dazu beitragen. Darüber hinaus lässt sich die Frage, ob für Schätzungen ausreichend Daten vorhanden sind, nicht pauschal für ganze Forderungsklassen beantworten. Insbesondere die Schätzung auf der Grundlage zusammengefasster Daten von Instituten (Pooling) stellt eine Möglichkeit dar, den Umfang der vorhandenen Daten zu erhöhen.

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Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr

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Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Dr. Ulrich Kater (DekaBank), Birgit Henseler (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

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Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr