Baseler Ausschuss: Überarbeitung der Säule 3-Offenlegung - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

12. Februar 2015: Baseler Ausschuss: Überarbeitung der Säule 3-Offenlegung

Am 28. Januar 2015 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Baseler Ausschuss) den finalen Standard zur Überarbeitung der Säule 3-Offenlegung (Review of the Pillar 3 disclosure requirements). Der 66 Seiten umfassende Standard richtet sich an international tätigen Banken auf konsolidierter Basis und enthält die Grundlagen für die künftige Säule 3-Offenlegung sowie abgestuft nach der Informations-bedeutung konkrete Vorgaben zur quartalsweisen, halbjährlichen oder jährlichen Veröffentlichung der Säule 3-Informationen. Er ersetzt die bisherigen Anforderungen inklusive aller Ergänzungen des Baseler Ausschusses und soll von den nationalen Bankaufsichtsbehörden zum Ende des Jahres 2016 durchgesetzt werden. Damit wären die neuen Anforderungen erstmals in den Offenlegungsberichten zum 31. Dezember 2016 zu berücksichtigen.

Der Standard enthält fünf Offenlegungsprinzipien, nach denen die Offenlegung auszugestalten ist. Danach müssen die Offenlegungsberichte verständlich und einfach zugänglich, umfassend, aussagekräftig sowie im Zeitablauf konsistent und vergleichbar sein. Entsprechend den neuen Anforderungen sollen die Offenlegungsberichte künftig grundsätzlich in einem separaten Bericht erfolgen, beziehungsweise müssen eindeutig als eigenständiger Bericht erkennbar sein. Die insgesamt 40 Offenlegungstabellen sind in fixe – zwingende anzuwendende – und flexible – auf die Institutsbedingungen anpassbare – Formate unterteilt und sollen quartalsweise, halbjährlich oder jährlich offengelegt werden. Die Veröffentlichung soll gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Finanzberichte beziehungsweise unterjährig spätestens fünf Wochen nach dem Periodenende erfolgen. Eine externe Prüfungspflicht besteht nicht. Der Standard enthält aber detaillierte Anforderungen an die Ausgestaltung interner Kontrollmechanismen und Verantwortlichkeiten.

Mit dem vorliegenden Standard gibt der Baseler Ausschuss seinen Grundgedanken der „Marktdisziplin“ auf und schreibt die Offenlegung zum Risikomanagement und den RWAs, zu Konsolidierungskreisen, zum Kreditrisiko sowie zum Gegenparteiausfallrisiko, zu Verbriefungen und zum Marktrisiko verbindlich vor. Zwar ist die Hälfte der Formate grundsätzlich flexibel, ihre Vorgabe wirkt aber faktisch wie eine Anwendungspflicht. Auch wenn unserer Forderung nach einer Verringerung des Umfangs und der Granularität in Teilen entsprochen wurde, weisen die finalen Formate weiterhin eine sehr hohe Granularität auf, sodass wir mit einem erheblichen Umsetzungsaufwand rechnen.

Im vorliegenden Standard noch nicht enthalten sind Offenlegungsanforderungen zum operationellen Risiko, zum Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sowie zur Vergütung, zur Kapitalzusammensetzung, zur globalen Systemrelevanz, zum Liquiditätsrisiko (LCR) und zur Verschuldung (Leverage Ratio). Deren Überarbeitung beziehungsweise Aufnahme ist in einer zweiten Phase vorgesehen.

Publikationen

4. Juni 2019: VÖB Aktuell – Juni 2019

Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr

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17. Mai 2019: VÖB Zahlungsverkehr – Mai 2019

Mit VÖB Zahlungsverkehr informieren wir in regelmäßigen Abständen über die aktuellen Entwicklungen im nationalen und europäischen Zahlungsverkehr. mehr

Aktuelle Positionen

13. Mai 2019: Aktuelle Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung

Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr