EZB-Comprehensive Assessment - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

25. Februar 2014: EZB-Comprehensive Assessment

Frankfurt
Die umfassende Bewertung (Comprehensive Assessment – CA) der 128 Bankengruppen aus 18 Mitgliedstaaten der EU, davon 24 Instituten aus Deutschland, ist für die Institute nun in die entscheidende Phase des Asset Quality Review (AQR) gelangt. Die Überprüfung der Datenqualität, der Werthaltigkeit der Vermögenswerte einschließlich der Sicherheitenbewertung und der Höhe der Wertberichtigungen wird nunmehr durchgeführt. Erstes Modul dieser Phase 2 des AQR stellt den sogenannten Processes, Policies and Accounting Review (PP & A) dar. Die umfangreichen Tabellen haben die Banken bis Ende Februar 2014 auszufüllen, anschließend überprüfen die Teams der nationalen Bankenaufseher diese Selbstbewertung. In der ersten Märzhälfte erfolgt seitens der Aufsicht die Auswahl von Modellen und Portfolien für die Überprüfung der Level III Fair Value Exposures sowie die Erstellung der Tabellen für das Kreditbuch. Der Abdeckungsgrad soll bei 50 % der risikogewichteten Aktiva liegen. Im Bankbuch wird ein besonderes Augenmerk auf der Auswahl der Stichprobe sowie der Überprüfung von Sicherheiten, hierbei auch der Bewertung von Immobiliensicherheiten, liegen.

Ergebnis der Phase 2 des AQR könnte eine um AQR-Ergebnisse adjustierte Common Equity Tier 1-Quote sein. Diese würde dem sich anschließenden EZB-Stresstest zugrunde gelegt werden. Die Aufsicht kommuniziert hierbei zwei Adjustierungsmöglichkeiten. Zum einen könnte es zu Feststellungen aufgrund der Rechnungslegungsvorschriften kommen, die allerdings nicht zwingend zu einer Korrektur des Jahresabschlusses 2013 führen müssen. Die zweite Anpassung könnte sich aufgrund von Feststellungen ergeben, die aus der Überschreitung von der EZB vorgegebenen sogenannten „Lines in the Sand“ resultieren.

Aus den derzeit verfügbaren Unterlagen der Bankenaufsicht wird deutlich, dass die Methodik für den AQR nicht deckungsgleich ist mit den bekannten Prüfungsstandards und Prüfungsempfehlungen. Darüber hinaus haben HGB-bilanzierende Institute ihre Rechnungslegung auf die IFRS-basierte Methodik anzupassen. Der enge Zeitplan des AQR mit den zugleich umfangreichen Prü-fungsprogrammen einschließlich der Beurteilung der Datenverfügbarkeit wird die Institute enorm fordern. Materiell von Relevanz wird jedoch sein, ob Ergebnisse aus dem AQR zu einer Anpassung der CET 1-Quote als Ausgangsba-sis für den Stresstest führen.

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