EZB-aufsichtliche Eingriffe in die Rechnungslegung - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

19. August 2015: EZB-aufsichtliche Eingriffe in die Rechnungslegung

Sowohl die ESMA als auch die EZB greifen durch konkrete Empfehlungen unmittelbar in die Rechnungslegung von Banken ein. So hat die ESMA seit ihrer Konstitution mehrfach direkt in die Rechnungslegung eingegriffen. Beispielsweise veröffentlichte sie in 2012 ihre Sichtweisen zur bilanziellen Behandlung von griechischen Staatsanleihen und zu Stundungsmaßnahmen in IFRS-Abschlüssen von Finanzinstitutionen. Darüber hinaus wurden Grundprinzipien der Rechnungslegung wie „Wesentlichkeit“ konsultiert und konkrete Vorgaben zu den Offenlegungsanforderungen bei Finanzinstituten adressiert. Demnach werden die IFRS nach erfolgter Übernahme in Europäisches-Recht durch Interpretationen und Hinweise der ESMA auf europäischer Ebene noch einmal nachgeschärft.
Im April 2015 hat die EZB den direkt beaufsichtigten Banken dringend empfohlen, Abschreibungen auf Engagements der Heta Asset Resolution AG (Heta), der „Bad Bank“ der Hypo Alpe Adria, in Höhe von mindestens 50 Prozent vorzunehmen. Aufgrund ihrer faktischen normativen Kraft werden diese Empfehlungen regelmäßig zu Quasi-Verpflichtungen.
Wir erachten generell Eingriffe der Regulatoren in die Rechnungslegung als nicht sachgerecht und sind der Überzeugung, dass die Sphären von Bankenaufsicht und Bilanzierung vor dem Hintergrund ihrer unterschiedlichen Zielsetzungen getrennt bleiben sollten. Bilanzielle Auslegungen oder Interpretationen sollten den Standardsetzern vorbehalten sein. Die Rechnungslegungsvorschriften sollten uneingeschränkt gelten und durch bankaufsichtliche Auffassungen nicht überschrieben werden. Das bedeutet auch, dass Ermessensspielräume in der Rechnungslegung grundsätzlich bewahrt bleiben.

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1. April 2019: VÖB Digital: Eigenregie oder Outsourcing?

Eine starke deutsche und europäische Volkswirtschaft braucht starke heimische Banken. Wie erfolgreich sich die deutschen und europäischen Banken im internationalen Wettbewerb positionieren werden, hängt entscheidend davon ab, wie ihnen die Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle und -prozesse gelingt. mehr

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28. März 2019: VÖB Kapitalmarktprognose – März 2019

Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Michael Klawitter (DekaBank), Christoph Kutt (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

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18. März 2019: VÖB-Positionen zur Europawahl 2019

Im Mai werden die Weichen für die Stabilität und Zukunftsfähigkeit Europas gestellt. Damit die deutschen und europäischen öffentlichen Banken weiterhin ihren starken Beitrag zu einem wettbewerbsfähigen Europa leisten können, brauchen wir zukunftsorientierte Rahmenbedingungen. mehr