IASB-Diskussionspapier zum Macro Hedge Accounting - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

20. Mai 2014: IASB-Diskussionspapier zum Macro Hedge Accounting

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Der International Accounting Standards Board (IASB) hat am 17. April 2014 ein Diskussionspapier zur Bilanzierung dynamischer Sicherungsstrategien (Macro Hedge Accounting) am Beispiel von Zinsänderungsrisiken von Banken veröffentlicht. Mit dem Papier reagiert der IASB auf die anhaltende Kritik, dass die derzeit geltenden Regelungen des IAS 39 kein Hedge Accounting im Sinne des tatsächlich betriebenen Risikomanagements erlauben. Gerade für Kreditinstitute, die üblicherweise signifikante Bestandspositionen laufend und auf Portfolioebene absichern (sog. dynamisches Risikomanagement), bedeutet dies in der Praxis einen erheblichen operativen Aufwand.

Mit dem im Diskussionspapier vorgestellten Neubewertungsansatz für offene Portfolien (sog. Portfolio Revaluation Approach, PRA) schlägt der IASB nun-mehr ein deutlich stärker am Risikomanagement orientierten Bilanzierungsan-satz vor. Konzeptionell soll hierbei das Portfolio als Ganzes betrachtet werden, indem die qualifizierenden Grund- und Sicherungsgeschäfte im Hinblick auf das abgesicherte Risiko neubewertet werden. Mit dem Neubewertungsmodell soll sich die Bilanzierungssicht künftig stärker an der durch das Risikomanagement gesteuerten Nettorisikoposition des betrachteten Portfolios orientieren und somit einen praktikablen Ansatz zur Abbildung dynamischer Sicherungsstrategien darstellen. Der Neubewertung soll dabei das Barwertverfahren zugrunde gelegt werden. Als zu sichernde Risiken sollen neben dem exemplarisch dargestellten Zinsänderungsrisiko perspektivisch auch weitere Risiken in Betracht kommen.

Mit dem Neubewertungsansatz greift der IASB nach unserer Auffassung be-reits entscheidende Aspekte des Risikomanagements wie die Einbeziehung verhaltensbasierter Ansätze (bspw. Core Demand Deposits oder erwartete Ausübung von Kündigungsrechten) und die Berücksichtigung interner Trans-ferpreise / Derivate auf. Gleichwohl ist festzuhalten, dass viele der im Diskus-sionspapier genannten Punkte schnell an die Grenzen der bisherigen Bilanzie-rungskonventionen stoßen. Es bleibt daher abzuwarten, wie ein finales Neu-bewertungsmodell tatsächlich ausgestaltet sein kann.

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