Überarbeitung der Säule 3-Offenlegung durch den Baseler Ausschuss (BCBS 286) - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

15. Juli 2014: Überarbeitung der Säule 3-Offenlegung durch den Baseler Ausschuss (BCBS 286)

Am 26. Juni 2014 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (Baseler Ausschuss) unter dem Titel „Review of the Pillar 3 disclosure requirements“ ein Konsultationspapier mit einem überarbeiteten Standard zu den Säule 3-Offenlegungen. Das Konsultationspapier ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Überprüfung der Säule 3-Offenlegungen der Institute der vergangenen Jahre. Zur Verbesserung der Konsistenz und Vergleichbarkeit der mit den Säule 3-Berichten gegebenen Informationen rückt der Baseler Ausschuss vom Grundgedanken der „Marktdisziplin“ ab und erweitert die Säule 3-Anforderungen um fünf Prinzipien für die Offenlegung sowie konkrete Offenlegungsformate.
Die konkreten Offenlegungsformate betreffen zunächst nur die Offenlegung zum Risikomanagement und den risikogewichteten Aktiva, zu den sich aus den Konsolidierungskreisen (bankaufsichtlich und handelsrechtlich) ergebenden Unterschieden, zum Kreditrisiko, zum Gegenparteiausfallrisiko, zu Verbriefungen und zum Marktrisiko. Die Offenlegungsformate sind in fixe, von den Instituten zwingend anzuwendende, und flexible Formate unterteilt. Neu sind auch konkrete Vorgaben zur Offenlegungsfrequenz. Hier sieht das Konsultationspapier einen nach der Informationsbedeutung abgestuften Ansatz von quartalsweise, halbjährlich und jährlich offenzulegenden Informationen vor.
Die im Konsultationspapier noch nicht enthaltenen Offenlegungen zum operationellen Risiko und zum Zinsänderungsrisiko im Bankbuch sollen nach Abschluss des grundsätzlichen Reviews in einer zweiten Phase überarbeitet werden. In dieser sollen dann auch die Angabepflichten zur Vergütung, zur Kapitalzusammensetzung sowie zum Liquiditätsrisiko (LCR) und zur Verschuldung (Leverage Ratio) in das Set der Säule 3-Anforderungen integriert werden. Nach Verabschiedung durch den Baseler Ausschuss soll der Standard die bisherigen Anforderungen ersetzen.
Nach unserer ersten Einschätzung entsprechen die Anforderungen weitgehend den geltenden Säule 3-Pflichten. Ausweitungen wurden insbesondere in den Anforderungen an die Darstellung der sich aus den Konsolidierungskreisen ergebenden Unterschiede vorgenommen. Mit der Aufgabe des Grundgedankens der „Marktdisziplin“ schafft der Baseler Ausschuss eine neue Qualität der Säule 3-Offenlegung, da die konkreten Vorgaben faktisch wie eine Anwendungspflicht wirken dürften. Problematisch könnten die Vorgaben zur Offenlegungsfrequenz wirken, da auch Institute, die bisher keine unterjährigen Berichte veröffentlichen, künftig zur Offenlegung von unterjährigen Säule 3-Berichten verpflichtet wären. Wir werden die Vorschläge des Baseler Ausschusses in unseren Gremien bewerten und uns in einer Stellungnahme positionieren.

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