Aktueller Stand zu Benchmarks - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

5. November 2018: Aktueller Stand zu Benchmarks

Die Benchmark-Verordnung (BMR) ist seit dem 1. Januar 2018 anzuwenden, wobei für bestimmte Regelungen eine zweijährige Übergangsphase gilt. Ungefähr elf Monate nach Anwendungsbeginn der BMR wurden am 5. November 2018 insgesamt zehn noch ausstehende Level-II-Rechtsakte im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Diese werden am 25. November 2018 in Kraft treten und sind ab dem 25. Januar 2019 unmittelbar anwendbar. Die BMR sieht insbesondere vor, dass Benchmarks künftig möglichst auf objektiven und hinreichend vielen Transaktionsdaten beruhen müssen, um Manipulationen zu verhindern. Kritische Benchmarks, wie zum Beispiel EONIA und EURIBOR, erfüllen diese Voraussetzung nicht, weshalb eine Verwendung nach Ablauf der Übergangsphase nicht mehr möglich sein wird. In Bezug auf die Zukunft der als kritisch eingestuften Benchmarks (EONIA, EURIBOR) arbeitet die EZB-Expertengruppe weiterhin an der Schaffung von Alternativen für die wichtigsten Benchmarks des Euroraums. Die EZB-eigene Overnight-Rate (Euro Short Term Rate – ESTER), die von der EZB Expertengruppe als Nachfolge-Benchmark für EONIA empfohlen wird, soll erst ab Oktober 2019 veröffentlicht werden. Bis dahin plant die EZB, vorläufige Zinssätze zu veröffentlichen („PreESTER“). Für die unterschiedlichen Laufzeiten des EURIBOR ist hingegen keine Lösung von Seiten der EZB vorgesehen. Derzeit arbeitet EMMI als Administrator des EURIBOR an einer Reform. Aus unserer Sicht ist es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch unklar, ob diese Reform erfolgreich sein wird. Eine besondere Problematik ergibt sich für den LIBOR durch den bevorstehenden Brexit, da zum jetzigen Zeitpunkt unklar ist, wie die zukünftigen Rechtsbeziehungen mit der UK aussehen werden. Bis zum Ende der Übergangsphase der BMR kann der LIBOR auch im Falle eines „no-deal“-Brexits weitergenutzt werden. Für den Zeitraum danach findet das Drittstaatenregime der BMR Anwendung, das eine Nutzung von Drittstaaten-Benchmarks unter bestimmten Voraussetzungen zulässt.

Aktuelle Positionen

17. Oktober 2019: Aktuelle Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung

Die jüngste Ausgabe der „Aktuellen Positionen zur Banken- und Finanzmarktregulierung“ informiert über den Sachstand der wichtigsten Regulierungsthemen und die Positionen des VÖB. mehr

Publikationen

16. Oktober 2019: VÖB Kapitalmarktprognose – Oktober 2019

Die Kapitalmarktexperten der VÖB-Mitgliedsinstitute Alexander Aldinger (BayernLB), Dr. Ulrich Kater (DekaBank), Birgit Henseler (DZ BANK AG), Ulf Krauss (Helaba), Sintje Boie (Hamburg Commercial Bank AG), Dr. Jens-Oliver Niklasch (LBBW) und Christian Lips (NORD/LB) stellen ihre Erwartungen für die Kapitalmärkte vor. mehr

Publikationen

16. September 2019: VÖB Aktuell – September 2019

Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr