„Blockchain“ – Distributed Ledger Technology - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

26. August 2016: „Blockchain“ – Distributed Ledger Technology

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine Konsultation zur Technologie „Distributed Ledger“ (DLT) gestartet, die unter dem Stichwort „Blockchain“ bekannt ist. Damit soll die Notwendigkeit für regulatorische Tätigkeit sondiert und erste Schritte in diesem Bereich sollen konkretisiert werden.

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat eine gemeinsame Stellungnahme zu diesem erarbeitet und dabei insbesondere den Bereich Post-Trading in den Blick genommen. Die DK betont, dass die Geschwindigkeit und die potenziellen Auswirkungen auf Bankdienstleistungen und Marktinfrastrukturen einen kontinuierlichen Austausch der Aufsicht mit den Stakeholdern erfordern. Aus unserer Sicht zeichnet sich immer stärker ab, dass der Anspruch der Technologie – nicht nur Hype, sondern eine ernst zu nehmende Entwicklung zu sein – weiter an Substanz gewonnen hat. Wichtige Anzeichen dafür sind die öffentlich bekannt gewordenen Bündelungen zuvor isolierter Initiativen bedeutender Wettbewerber, wie zum Beispiel die Zusammenarbeit von UBS, Deutsche Bank, BNY Mellon, Santander und ICAP an einer gemeinsamen virtuellen Abrechnungswährung für das Wertpapiergeschäft.

Zugleich gehen auch einzelne nationale Aufseher in die Offensive und signalisieren Unterstützung für die DLT. Die Britische Aufsichtsbehörde hat sich im Rahmen ihres „Project Innovate“ bereit erklärt, DLT-basierte Dienste zulassen zu wollen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei der Gedanke der sogenannten „Regulatory Sandbox“ die eine temporäre Zulassung und zügige Rückmeldung durch den Regulator, zum Beispiel in Sachen Risikomanagement, ermöglichen soll. Dass die Briten hier im Alleingang Fakten schaffen, erhöht den Druck auf andere nationale Aufsichtsbehörden. So hatte sich die BaFin gegen eine „Sandbox“-Lösung ausgesprochen und dabei schlüssig argumentiert, dass bei erlaubnispflichtigen Geschäften nicht unterschiedliche rechtliche Maßstäbe angelegt werden könnten.

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