Hochfrequenzhandelsgesetz und Algorithmushandel - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

7. Juni 2013: Hochfrequenzhandelsgesetz und Algorithmushandel

Potsdamer Platz
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am 19. März 2013 ein Rundschreiben 2/2013 mit Anforderungen an Systeme und Kontrollen für den Algorithmushandel von Instituten zur Konsultation gestellt. Mit Hilfe dieses Rundschreibens sollen die Leitlinien zu Systemen und Kontrollen für Handelsplattformen, Wertpapierfirmen und zuständige Behörden in einem automatisierten Handelsumfeld der European Securities and Markets Authority (ESMA) vom 24. Februar 2012 umgesetzt werden nun auch mit Blick auf die algorithmisch handelnden Wertpapierfirmen umgesetzt werden. Ergänzt werden insoweit die für die multilaterale Handelssysteme schon geltenden MaComp II der BaFin.

Im Rundschreiben werden prinzipienorientierte organisatorische Mindestanforderungen für den auf Algorithmen basierenden Handel formuliert. Für diese Aktivitäten müssen die betroffenen Institute ein hierauf abgestimmtes, angemessenes und wirksames Risikomanagement einrichten. Weitere Regeln gelten für Institute, die ihren Kunden einen direkten oder geförderten Marktzugang bieten. Nicht betroffen ist hingegen das einfache elektronische Durchleiten von Kundenorders.

Wir haben im Rahmen der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) zu diesem Entwurf Stellung genommen. Dabei haben wir insbesondere gefordert, eine präzise und stringente Auslegung der Definition des algorithmischen Handels vorzunehmen, damit die Regeln zielgenau Anwendung finden können. Kritisch bewerten wir aber auch den Umfang der Kontrollaufgaben, die Compliance zu übernehmen hat. Im Hinblick auf die Anforderungen an die Systeme plädieren wir für eine ausreichende Umsetzungsfrist der Vorgaben.

Am 14. Mai 2013 wurde das Hochfrequenzhandelsgesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Trotz des Titels reguliert das Gesetz nicht lediglich den hochfrequenten Handel sondern enthält auch zahlreiche Vorschriften, die den algorithmischen Handel generell betreffen. Ab dem 14. November 2013 haben die Wertpapierdienstleistungsunternehmen ihre Handelsalgorithmen und die durch solche Algorithmen erzeugten Aufträge zu kennzeichnen sowie spezifische Anforderungen an ihre Systeme und die Risikokontrolle zu erfüllen.

Entscheidend ist auch hier wieder eine präzise Definition des Anwendungsbereichs. Gegenwärtig finden hierzu Gespräche zwischen den zuständigen Aufsichtsbehörden, den Börsen und der Kreditwirtschaft statt.

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