Videoidentifizierung nach dem Geldwäschegesetz - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

26. Juli 2016: Videoidentifizierung nach dem Geldwäschegesetz

Im März 2014 ist die geldwäscherechtlich erforderliche Identifizierung des Vertragspartners im Wege der Videoidentifizierung von der BaFin als zulässig erachtet worden. Mit Rundschreiben vom 10. Juni 2016 hatte die BaFin die Anforderungen an das Videoidentifizierungsverfahren deutlich verschärft und unter anderem eine Referenzüberweisung von einem europäi-schen Konto und eine Internetrecherche zur Identität sowie den Angaben des Vertragspartners verlangt.

Diese neuen Vorgaben hätten den Aufwand so weit erhöht, dass das Verfahren für die Kreditinstitute und für die Verbraucher unattraktiv geworden wäre. Au-ßerdem wären Kundengruppen sowie andere Produkte als Zahlungskonten von dem Verfahren ausgeschlossen worden. Die zusätzlichen Vorgaben sollten offenbar dazu dienen, die Zuverlässigkeit der Videoidentifizierung zu gewährleisten. Nach aktuellen praktischen Erfahrungen handelt es sich allerdings bereits jetzt um ein sehr zuverlässiges Verfahren. Die BaFin hat im Rundschreiben vom 11. Juli 2016 die Ausführungen zum Videoidentifizierungsverfahren bis zum 31. Dezember 2016 ausgesetzt.

Im Zuge der Umsetzung der 4. EU-Anti-Geldwäscherichtlinie soll neben der generellen Festlegung von Sicherheitsstandards auch eine Entscheidung darüber getroffen werden, welche Verpflichteten des Finanzsektors und auch der Nichtfinanzunternehmen nach dem Geldwäschegesetz welche Verfahren zur sicheren Kundenidentifizierung nutzen können. Wir sprechen uns dafür aus, dass für Anbieter von Dienstleistungen und Verbraucher gleichermaßen praktikable wie auch sichere Verfahren anerkannt werden sowie Raum für technische Innovationen bleibt.

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