Anpassungen des girocard-Vertragswerkes und Einführung der Kontaktlostechnologie - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

1. Juni 2016: Anpassungen des girocard-Vertragswerkes und Einführung der Kontaktlostechnologie

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Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) als Betreiber des girocard-Systems (vormals electronic cash) führt als Option für Kartenherausgeber und Händler die Kontaktlostechnologie ein. Ab Sommer dieses Jahres besteht damit die Option der kontaktlosen Kartenakzeptanz im girocard-System. Erste girocard-Kontaktloskarten werden durch Institute bereits an Kunden herausgegeben. An elektronischen Händlerkassenterminals (POS-Terminals) können dann demnächst alle Transaktionen kontaktlos abgewickelt werden. Bis zu einem Betrag von 25 Euro kann ein Kartenherausgeber sogar eine Zahlung ohne PIN ermöglichen.

Die Anpassungen des girocard-Vertragswerkes beinhalten neben der Kontaktloszahloption auch formale Anpassungen aufgrund der EU-Verordnung zur Regulierung von Interbankenentgelten und weitere Änderungen. Für EU-regulierte Zahlungssysteme gilt für Händler ein maximales Händlerentgelt von 0,2 Prozent, das zudem in Deutschland noch zwischen Kartenherausgebern und Händlern verhandelt werden muss. Händler können außerdem den Kunden ab 9. Juni 2016 die präferierte Zahlungsanwendung vorschlagen, die auch die Kundenkarte unterstützt. Die Kunden können diese Vorauswahl allerdings ändern. Die Händler wiederum dürfen den Kunden kein Aufgeld für eine Kartenzahlung berechnen (Surcharging). In die Händlerbedingungen wurde ergänzend die Verpflichtung der Händler aufgenommen, Sicherheitsvorfälle an die Netzbetreiber zu melden, die diese ihrerseits an die Kreditwirtschaft melden.

Die Vertragsparteien haben durch die Neuerungen die Option, technologisch auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Weiterhin ermöglicht die Kontaktlostechnologie zukünftig auch die Ausgabe von virtuellen Karten in sicheren Speicherbereichen der SIM sowie ein Bezahlen mit der girocard über ein Near-Field-Communication-fähiges Smartphone.

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