Der VÖB als Entgeltkonzentrator im girocard-System (electronic cash) - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

2. Juni 2014: Der VÖB als Entgeltkonzentrator im girocard-System (electronic cash)

VÖB
Durch die Anforderung des Bundeskartellamtes, Bezahltransaktionen an girocard-Kassenterminals in Deutschland ab dem 1. November 2014 ausschließlich auf Grundlage von bilateralen Entgeltvereinbarungen zwischen Händlern und Kartenherausgebern bzw. zwischen deren Beauftragten (Konzentratoren) zuzulassen, müssen girocard-Kartenherausgeber die Händlerentgelte für Zahlungsgarantie, Karteninfrastruktur etc. mit der Akzeptanzseite bilateral vereinbaren. Dazu können auch Beauftragte bzw. sogenannte Konzentratoren, vergleichbar mit Einkaufgemeinschaften, genutzt werden. Dies kann die Komplexität für alle Marktbeteiligten senken.
Das systemweit festgelegte Händlerentgelt, das bis dato immer dann Abrechnungsgrundlage war, wenn keine bilateralen Entgelte ausgehandelt wurden, wird nun bis zum 1. November 2014, und damit sehr kurzfristig, abgeschafft werden müssen. Bereits heute wird ein großer Anteil von Bezahltransaktionen mit der girocard auf Basis bilateraler Entgeltvereinbarungen – zumeist zwischen Institutsgruppen und Händlern – abgewickelt.
Das neue Entgeltmodell wird in zwei Phasen umge-setzt werden. In der ersten Phase, ab 1. November 2014, muss technisch übergangsweise auf zusätzliche Netzbetreiberpräfixe als Händleridentifikation zurückgegriffen werden, bevor in der zweiten Phase die technisch bereits durch die Kreditwirtschaft beschriebene und mit den Netzbetreibern konsultierte Entgeltverrechnung zum Tragen kommt. In der zweiten Ausbaustufe werden Händler über deren Gläubiger-ID identifiziert, die Unternehmen bereits im Zusammenhang mit der SEPA-Migration beantragen konnten. In Deutschland beantragen Unternehmen die Gläubiger-ID bei der Deutschen Bundesbank, die sie auch von dort zugeteilt bekommen. Künftig senden die durch die Händler beauftragten Netzbetreiber die Transaktionsdaten zusätzlich an die kreditwirtschaftlichen Entgeltkopfstellen, die dann ihrerseits auf Basis der Entgeltvereinbarungen zwischen Händlern bzw. deren Beauftragten einerseits und kartenherausgebenden Instituten bzw. deren Beauftragten andererseits die Entgelte berechnen und diese Berechnungen dem jeweiligen Netzbetreiber zum Einzug gegenüber den Händlern bereitstellen, sofern ein Verrechnungsweg über den Netzbetreiber gewählt wurde. Der Einführungszeit-punkt der zweiten Phase muss in Abstimmung mit den Marktakteuren noch abschließend festgelegt werden, ist derzeit aber für den 1. November 2016 geplant.
Zur Etablierung des neuen Modells wurde im April 2014 den Marktteilnehmern, insbesondere Händlern und Netzbetreibern, das entsprechend angepasste electronic cash-Vertragswerk zur Verfügung gestellt, das Grundlage für die girocard-Akzeptanz ist.
Das deutsche girocard-System, hauptsächlich für den europäischen Markt konzipiert, ist das erste Kartenzahlungssystem weltweit, das fast ausschließlich ein bilaterales Entgeltmodell nutzen wird. Alle Systembeteiligten müssen bis zur Einführung am 1. November 2014 sowohl vertraglich als auch organisatorisch-technisch noch einige Herausforderungen leisten, um einen sauberen Übergang zu gewährleisten.
Der VÖB verhandelt als Konzentrator für einige VÖB-Mitglieder bereits mit Vertretern der girocard-Akzeptanzseite, um für diese Kartenherausgeber und deren Karteninhaber einen sauberen Übergang zu ermöglichen und das Bezahlen beim Händler mit der girocard auch nach dem 1. November 2014 genauso einfach und sicher wie bisher zu gestalten.

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