Kontowechselhilfe: Erleichterungen für Verbraucher ab 18. September 2016 - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

15. September 2016: Kontowechselhilfe: Erleichterungen für Verbraucher ab 18. September 2016

Der deutsche Gesetzgeber verpflichtet die Zahlungsinstitute in Deutschland ab dem 18. September 2016 zur Unterstützung der Verbraucher, wenn sie ihr Girokonto wechseln möchten. Die Institute, die bereits heute individuelle Verfahren anbieten, werden dann den Kontowechsel nach einem Regelverfahren durchführen, sofern der Kunde diesen beauftragt.

Über das durchschnittliche Zahlungsverkehrskonto werden heutzutage eine Vielzahl unterschiedlichster Zahlungen abgewickelt, angefangen vom klassischen Lastschriftverfahren bei denen der Gläubiger den Betrag regelmäßig oder einmalig einzieht bis hin zur Überweisung eines Geldbetrages (z.B. Miete, Telekommunikation, technische Versorgungswerke, Versicherer, Behörden), die auch als Dauerauftrag vom Kunden erteilt werden kann. Darüber hinaus erfolgen Abbuchungen vom Konto, die aus Zahlungen mit der girocard resultieren und als „Kartenzahlung“ im Kontoauszug ausgewiesen sind. Lastschriften und Überweisungen erfolgen seit 2014 ausschließlich gemäß den SEPA-Zahlverfahren, und auch für das Clearing von Kartenzahlungen wird das „SEPA Card Clearing“ – ein europäischer Standard – genutzt. Hinzu kommen Barverfügungen oder Bareinzahlungen an entsprechenden Geräten oder am Schalter.

Die monatliche Anzahl aller Buchungen auf einem Zahlungskonto ist dementsprechend hoch und hat, da letztlich der Kontoinhaber zur Mitteilung der Änderung der Bankverbindung verpflichtet ist, in den vergangenen Jahren oft zu hohem Aufwand geführt. Mit dem neuen Angebot zum Kontowechsel soll sich das ändern. Die Bank muss bei Vorlage eines Auftrags des Kunden dessen Gläubiger innerhalb einer Frist von fünf Tagen informieren. Insbesondere Lastschriften sollen dann ohne zeitliche Verzögerung bspw. aufgrund fehlerhafter oder verspäteter Übermittlung reibungslos vom neuen Konto eingezogen werden.

Die gesetzliche Kontowechselhilfe ist in § 20 des Zahlungskontengesetzes (ZKG) geregelt. Die Verbände der Deutschen Kreditwirtschaft haben zwecks Klarstellung einzelner Regelungen, die den Interbankenzahlungsverkehr betreffen, eine ergänzende Vereinbarung geschlossen.

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