Umsetzung des RTS zur PSD2 bleibt kritisch - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

23. März 2018: Umsetzung des RTS zur PSD2 bleibt kritisch

Der technische Regulierungsstandard (RTS) ist final. Der Zeitplan für die Institute ist fix. Und doch hakt es insbesondere bei der Umsetzung der neuen Kontenschnittstelle für Drittdienste noch immer. Der politische Wunsch des Gesetzgebers nach einer harmonisierten Schnittstelle für die neuen Zahlungsdienste bleibt zunächst in weiter Ferne. Fintechs und etablierte Banken werden bei der Nutzung des neuen Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienstes wohl mit verschiedenen Standards,
Versionen und Implementierungen konfrontiert sein.
Der ursprünglich von der EBA erstellte und von der EU-Kommission entscheidend überarbeitete RTS zur starken Kundenauthentifizierung und gemeinsamen und sicheren Kommu-nikation (RTS-SCA) ist durch die Veröffentlichung als delegierter Rechtsakt der EU-Kommission im EU-Amtsblatt am 13. März 2018 zum geltenden Gesetz in der EU geworden. Eine Umsetzung ist damit bis 14. September 2019 durch die Institute vorzusehen. Regelungen zur neuen Kontenschnittstelle (API), wie die Dokumentation über die Schnittstelle und entsprechende zusammenfassende Informationen, müssen bereits zum 13. März 2019 von den kontoführenden Instituten verfügbar gemacht werden. Der gleiche Stichtag gilt für die BaFin-Ausnahme von der Pflicht zur Verfügbarkeit eines „Notfallmechanismus“.
Die erfolgreichen Arbeiten der Berlin Group für einen neuen Standard begrüßen wir. Die Version 1.0 des PSD2-API-Standards ist veröffentlicht. Eine Folgeversion mit ersten Updates und den Anforderungen der französischen Banken folgt in diesen Tagen. Doch auch dieser Standard ermöglicht Optionen und Varianten in der Implementierung. Davon werden die Banken in Europa Gebrauch machen. Drittdienstleiter, die tatsächlich europaweit agieren wollen, werden mit verschiedenen Ausprägungen des PSD2-API- Standards konfrontiert sein. Wohlgemerkt, alle gesetzeskonform und entsprechend der Vorgaben des RTS. EBA und nationale Aufsichtsbehörden sind nun in der undankbaren Position, mit „Opinion Papers“ und Q + A-Dokumenten wenigstens für einheitliche Interpretationen zum von der EBA ursprünglich abgelehnten „Fallback“ und der entsprechenden Ausnahmeregelung zu sorgen. Ergebnisse wird es wohl erst im 2. Halbjahr geben.

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2. Dezember 2019: VÖB Aktuell – Dezember 2019

Mit VÖB Aktuell informieren wir quartalsweise über finanzwirtschaftlich wichtige nationale, europäische und internationale Gesetzgebungsvorhaben. Dabei positionieren wir uns kurz und prägnant zu aktuellen Vorhaben und Themen und berichten über deren jeweiligen Sachstand. mehr

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18. November 2019: VÖB-Wirtschaftsampel: „Basel IV“ und die Realwirtschaft

Traditionell gilt die deutsche Wirtschaft, insbesondere der Mittelstand, als bankenfinanziert. Ausgehend von diesem Befund beleuchtet die aktuelle Ausgabe der VÖB-Wirtschaftsampel die Nebenwirkungen, die regulatorische Verschärfungen für Banken auf die Realwirtschaft entfalten können. mehr

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31. Oktober 2019: Kreditwirtschaftlich wichtige Vorhaben der EU

Unsere VÖB-Standardwerk umfasst wesentliche Entwicklungen im Bankaufsichtsrecht, im Kapitalmarktbereich sowie in den Bereichen Steuern und Zahlungsverkehr. Weiterhin enthält die Publikation Kapitel über den Verbraucherschutz, die Geldwäschebekämpfung, Wettbewerb und Beihilfe sowie Zivil- und Verfahrensrecht. mehr