Banken-Tarifverhandlungen nach dritter Runde ohne Ergebnis beendet – Arbeitgeber: Unveränderte Gehaltsforderung von Verdi blockiert Fortgang der Verhandlungen - Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands, VÖB, e.V.

4. Mai 2012: Banken-Tarifverhandlungen nach dritter Runde ohne Ergebnis beendet – Arbeitgeber: Unveränderte Gehaltsforderung von Verdi blockiert Fortgang der Verhandlungen

Frankfurt am Main

  • Trotz Lösungsansätzen bei Sachthemen keine Einigung in der Gehaltsfrage
  • Termin für Fortsetzung der Verhandlungen noch offen
  • Arbeitgeber bieten 4,2 Prozent mehr Gehalt bis August 2014


Die Tarifparteien im privaten und öffentlichen Bankgewerbe sind am Freitagmorgen auch nach dem dritten Termin der diesjährigen Tarifrunde ohne Ergebnis auseinandergegangen. In den rund vierzehnstündigen Gesprächen haben sich beide Seiten in den Sachthemen zwar aufeinander zubewegt. Nach dem ersten Gehaltsangebot der Arbeitgeber zeigte sich aber, dass die Vorstellungen der Tarifparteien zu weit auseinander lagen. „Verdi hat bis zuletzt auf Gehaltsforderungen in einer Höhe beharrt, die in der aktuellen Branchenlage nicht darstellbar sind“, sagte Ulrich Sieber, Verhandlungsführer der Banken-Arbeitgeber. Thomas Christian Buchbinder, Vorsitzender der Tarifgemeinschaft öffentlicher Banken: „Bei Verdi muss ein Umdenken einsetzen, sonst rückt ein Tarifabschluss in weite Ferne.“

Das erste Angebot der Arbeitgeber sieht vor, die Tarifgehälter bis August 2014 in drei Stufen um insgesamt 4,2 Prozent zu erhöhen. „Wir haben ein Angebot vorgelegt, das sowohl den Möglichkeiten der Unternehmen als auch den Interessen der Beschäftigten gerecht wird“, so Ulrich Sieber.

Die Arbeitgeber betonten, sie hätten nicht nur in der Gehaltsfrage Verhandlungsbereitschaft signalisiert, sondern Verdi auch bei den wichtigen Sachthemen konstruktive Vorschläge unterbreitet. So haben die Arbeitgeber bei den zuletzt strittigen Themen betrieblicher Gesundheitsschutz und Anlegerschutzgesetz Lösungsvorschläge unterbreitet: Beim Gesundheitsschutz erklärten sich die Arbeitgeber bereit, die 2010 unterzeichnete gemeinsame Erklärung zu bekräftigen und um eine Vereinbarung über einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zum Thema zu ergänzen. Mit Blick auf das Anlegerschutzgesetz betonten die Arbeitgeber erneut ihre Fürsorgepflicht gegenüber ihren Mitarbeitern. Zudem entstehe durch das Gesetz kein neues Risiko für Beschäftigte, die sich an die Vorgaben der Bank hielten und nicht vorsätzlich ihre Pflichten verletzten. Man sei aber bereit, sich gemeinsam mit Verdi an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu wenden, falls sich Probleme bei der Umsetzung des neuen Gesetzes ergeben sollten.

Die Arbeitgeber erneuerten ihr Angebot, mit Verdi über den Vorruhestands-Tarifvertrag zu sprechen, wenn die Gewerkschaft – wie bereits 2010 zugesagt – zu Gesprächen über eine neue Samstagsregelung bereit sei. Dabei unterstrichen die Arbeitgeber, es gehe nicht um die flächendeckende Einführung von Samstagsarbeit. Die Banken wollten vielmehr ganz gezielt Geschäftschancen nutzen, die sich in bestimmten Regionen oder an bestimmten Orten durch Beratungsangebote an Samstagen ergäben – mit einer begrenzten Zahl von Beschäftigten.

Wann die Tarifrunde fortgesetzt wird, blieb nach dem dritten Verhandlungstermin offen.


Der AGV Banken führt die Tarifverhandlungen gemeinsam mit der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken. Die Verhandlungsgemeinschaft vertritt insgesamt rund 230.000 Beschäftigte.

Dem AGV Banken gehören rund 130 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit 150.000 Beschäftigten an. Vorsitzender des AGV Banken ist Ulrich Sieber, Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG.

Der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken gehören 50 Mitgliedsinstitute des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) an, unter anderem Landesbanken, Förderinstitute, Bausparkassen und einzelne Sparkassen. Vorsitzender der Tarifgemeinschaft Öffentlicher Banken ist Thomas Christian Buchbinder, Vorstandsvorsitzender der SaarLB.



Pressekontakt:
Carsten Rogge-Strang
Geschäftsführer im
AGV Banken
carsten.rogge-strang@agvbanken.de
Tel. (030) 5 90 01 12-74

Dr. Stephan Rabe
Pressesprecher beim
Bundesverband Öffentlicher Banken
presse@voeb.de
Tel. (030) 8192 16-0

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