Corporate Sustainability Due Diligence Directive

Ende Februar 2022 hat die Europäische Kommission ihren Entwurf für eine EU Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) veröffentlicht. Die Richtlinie soll Unternehmen verpflichten, tatsächliche und mögliche nachteilige Auswirkungen ihrer eigenen Aktivitäten, Aktivitäten ihrer Tochterunternehmen sowie Aktivitäten von etablierten Geschäftspartnern in ihrer Wertschöpfungskette auf die Menschenrechte und die Umwelt zu bewerten und zu reagieren.

Der Richtlinienvorschlag geht dabei über die bereits beschlossenen Sorgfaltspflichten im nationalen Kontext beim Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) hinaus.

Der Anwendungsbereich soll bereits Unternehmen erfassen, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen und deren Jahresumsatz 150 Millionen Euro übersteigt. Für Unternehmen in sogenannten Risikobranchen sind abgesenkte Schwellenwerte vorgesehen. Kreditinstitute sollen explizit in den Anwendungsbereich fallen. Für Unternehmen der Finanzwirtschaft soll die Wertschöpfungskette auch die Tätigkeit von Kunden umfassen, die einen Kredit oder andere Finanzierungsmittel erhalten. Kleine und mittelständische Unternehmen sollen aber ausgenommen bleiben. Für Verstöße gegen diese Sorgfaltspflichten sind Sanktionen und Haftung vorgesehen.

Unsere Positionen

Wir begrüßen die Initiative der Europäischen Kommission, die Verpflichtungen von Unternehmen in Bezug auf menschen- und umweltrechtliche Aspekte ihrer Wertschöpfungsketten zu regeln. Für Institute der Kreditwirtschaft sind sowohl Umwelt- und Klimaschutzthemen als auch der soziale Ausgleich, der Schutz der Menschenrechte und die nachhaltige Unternehmensführung ein wichtiger Schritt zu mehr gesamtwirtschaftlicher Nachhaltigkeit.

Wir setzen uns im Gesetzgebungsprozess gegenüber den Trilogpartnern dafür ein, den Besonderheiten der Kreditwirtschaft bei der Beachtung unternehmerischer Sorgfaltspflichten Rechnung zu tragen. Die Berichtspflichten sollten Teil des CSRD-Reportings sein. Auch soll es zu keiner Doppelung von Berichtspflichten kommen, die durch das bankaufsichtsrechtliche ESG-Reporting der Institute bereits abgedeckt sind.