Echtzeitzahlungen: Liquiditätsrisiken und Finanzstabilität

Die Echtzeitzahlung wird innerhalb von Sekunden abgewickelt. Das heißt, das Geld fließt vom Senderkonto ab und wird in kürzester Zeit dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Das Clearing und Settlement in Zentralbankgeld erfolgt dabei in TIPS in einem Schritt. Somit erhöhen Echtzeitzahlungen das Risiko schneller Liquiditätsabflüsse und erschweren dadurch die Banksteuerung im Treasury erheblich. Es ist notwendig, dass die Institute ihre Liquidität noch enger monitoren, um außergewöhnlich hohe Liquiditätsabflüsse schnell zu identifizieren. Zusätzlich halten wir ein Echtzeit-Monitoring (24/7) über den gesamten Euroraum seitens der EZB für notwendig, um Liquiditätsabflüsse, die über das übliche Maß hinausgehen, systemisch und auf übergeordneter Ebene frühzeitig zu erkennen.

Ein Szenario kritischer Liquiditätsengpässe bei einzelnen Instituten bis hin zu potenziell systemweiten Auswirkungen auf den gesamten europäischen Zahlungsverkehr wird dennoch nicht auszuschließen sein.

Um in einem solchen Fall angemessen reagieren zu können, fordern wir die Einführung eines institutsbezogenen „Cool-Down Buttons“ sowie eines europaweiten „Circuit Breakers“ unter Verantwortung der EZB, um Echtzeitzahlungen im Bedarfsfall temporär aussetzen zu können. Beide Mechanismen sollen Zeit verschaffen, um geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten und Eskalationen zu verhindern.

Wir halten es für erforderlich, eine eindeutige rechtliche Grundlage zu schaffen.