Die Financial Data Access (FiDA)-Regulierung, mit der die Europäische Kommission den Zugang zu Finanzdaten reformieren will, bleibt politisch in Bewegung. Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis (Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen, GD ECFIN) hat die Option einer Rücknahme des Verordnungsvorschlags erneut ins Spiel gebracht. Daraufhin folgten Dementis aus der Generaldirektion Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion (GD FISMA) und aus dem Kabinett von Kommissarin Albuquerque. Auch weitere Generaldirektionen scheinen mit FiDA unzufrieden zu sein und melden Fragen an.
Die Verhandlungen sind im Jahr 2026 ins Stocken geraten. Der letzte Trilog fand Ende vergangenen Jahres statt. Der Grund sind die divergierenden Ziele der Beteiligten: Die Kommission setzt auf datengetriebene Öffnung, das Europäische Parlament auf Verbraucherrechte und der Rat auf Souveränität sowie wirtschaftliche Stärke.
Die zypriotische Ratspräsidentschaft hatte Anfang April 2026 einen Fragebogen mit vier Fragen zu FiDA an die Mitgliedstaaten versandt. Allein die erste Frage „Wollen Sie den Trilog weiterführen?“ spiegelt die große Verunsicherung wider, ob FiDA überhaupt ein sinnvoller Ansatz sein kann.
In Australien haben sich bei einem vergleichbaren Vorhaben wie FiDA gerade einmal 3 Prozent zu den Diensten angemeldet. Dabei hat dieses Vorhaben große Mengen an Ressourcen verschlungen und die Schere zwischen Kosten und Nutzen klafft weit auseinander. Damit hat das Vorhaben das Ziel verfehlt, die australische Wirtschaft und Souveränität zu stärken.
Mehrere Verbände der Finanzwirtschaft haben nun in einem gemeinsamen Schreiben an das Bundesfinanzministerium (BMF) die Rücknahme von FiDA gefordert. Darin heißt es u. a., „… dass die Ambitionen zur Vereinfachung von FiDA nicht ausreichen und wesentliche Fragen derzeit weiterhin ohne Aussicht auf eine praxisgerechte und sinnvolle Lösung sind.“ Als Vertreter der Finanz- und Versicherungswirtschaft sehen wir neben der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen, dem BVR, dem deutschen Fondsverband BVI, dem DSGV, dem Verband der privaten Bausparkassen und dem Verband der öffentlichen Versicherer eine wirksame Lösung nur in einem endgültigen Abrücken von FiDA.
Das gerade veröffentlichte Non-Paper der Kommission enthält leider keine neuen Vorschläge. Es beharrt auf starren Regeln für ganz Europa, um vermeintlicher Fragmentierung entgegenzutreten. Dieser One-fits-all-Ansatz ignoriert die Marktnachfrage und setzt damit marktwirtschaftliche Mechanismen außer Kraft. Investitionen in die Dienste laufen Gefahr, allein als Fehlinvestition deklariert zu werden. Doch tragfähige Geschäftsmodelle sind notwendig, um die europäische Wirtschaft und Souveränität zu stärken. FiDA verfehlt dieses Ziel und scheint irreparabel zu sein. Somit ist nur die Rücknahme von FiDA sinnvoll.