Die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank haben am 24. September 2026 ihren mittlerweile siebten LSI-Stresstest mit einer Pressekonferenz abgeschlossen. An der Erhebung, die am 1. April 2026 gestartet ist, nahmen 1.113 weniger bedeutende Institute (LSI) teil. Sie repräsentieren rund 90 Prozent der deutschen Kreditinstitute und knapp 40 Prozent der aggregierten Bilanzsummen. Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Institute auch im diesjährigen Stressszenario über eine solide Kapitalbasis verfügen.
Das Szenario hat erneut eine sehr schwere Wirtschaftskrise infolge simulierter geopolitischer Spannungen unterstellt und wurde von der Europäischen Zentralbank (EZB) vorgegeben. Über den dreijährigen Stresshorizont beträgt der Kapitalverzehr im Aggregat 3,8 Prozentpunkte und fällt damit geringfügig höher aus als im LSI-Stresstest 2024 mit 3,7 Prozentpunkten, in dem ein ähnlich hartes Krisenszenario unterstellt worden war. Ein maßgeblicher Treiber des Kapitalverzehrs sind die Wertberichtigungen im Adressrisiko (vor allem für Kredite an Unternehmen und Kredite in Verbindung mit Gewerbeimmobilien), gefolgt vom Marktrisiko, das beispielsweise durch die Zinsschocks bei den Anleihen stark beeinflusst wurde.
Auf Basis der Stresstest-Ergebnisse legt die Aufsicht nunmehr die Eigenmittelempfehlung (P2G) je Institut fest. In diesem Jahr sollen jene Institute, die im Verhältnis zu ihren Risiken gut kapitalisiert sind, keine P2G (mehr) erhalten. Dies betrifft nach Angaben der Aufsicht ca. 70 Prozent aller LSI.
Wir begrüßen die weitgehenden Vereinfachungen in der diesjährigen Übung, insbesondere den Wegfall der qualitativen Fragen, die Reduktion der zu simulierenden Szenarien im Umfrageteil und die Reduktion der erhobenen Datenpunkte im Erhebungsbogen. Diese führten zu einer Arbeitserleichterung bei den Instituten und der Aufsicht. Positiv bewerten wir vor allem auch die risikogerechtere Methodik zur Abbildung von Portfolio-Hedges im Stresstestteil, die in mehreren Expertenrunden von Aufsicht, Instituten und Verbänden im Vorfeld der Übung erarbeitet wurde. Wir werden uns im von den Aufsichtsbehörden geleiteten Fachgremium LSI-Stresstests weiterhin für eine risikoadäquate und gleichzeitig ressourcenschonende Übung einsetzen.