Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) wurde am 10. Oktober 2026 die digitale Sensibilisierungskampagne „Phishen Impossible“ gestartet. Unter phishen-impossible.de sowie über zahlreiche Kommunikationskanäle informiert die Initiative über aktuelle Betrugsmaschen und gibt konkrete Hinweise zum Schutz vor Online-Betrug.
Die Kampagne nutzt unter anderem Social-Media-Kanäle, die individuellen Kommunikationskanäle von Banken und Sparkassen sowie die Reichweiten von Bezahlsystemen, Telekommunikationsdienstleistern und dem Handel. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger für die Gefahren betrügerischer Kontaktaufnahmen zu sensibilisieren. Sie sollen typische Betrugsversuche besser erkennen und durch umsichtiges Handeln verhindern können, dass Zahlungen auf betrügerische Konten geleistet werden. Damit soll Betrug zulasten von Kundinnen und Kunden sowie Banken und Sparkassen wirksam vorgebeugt werden.
Entwickelt wurde die Kampagne von der österreichischen Payment Service Austria. Sie wird zeitgleich auch in Österreich veröffentlicht. Die konkrete Umsetzung der Kampagne zu verschiedenen, spezifischen Betrugsaspekten in Deutschland wird durch die EURO Kartensysteme GmbH koordiniert. Die apoBank und die DKB haben die Aktivitäten im Vorfeld direkt über den VÖB unterstützt.
Betrugsprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die Initiative greift eine dringende Handlungsnotwendigkeit auf, die der VÖB aktiv unterstützt. Digitalisierung und technologische Entwicklungen eröffnen auch organisierten Betrügern neue Möglichkeiten. Phishing-Kampagnen werden zunehmend professioneller und können mithilfe künstlicher Intelligenz täuschend echt wirken. Banken und Sparkassen setzen daher kontinuierlich technische und organisatorische Maßnahmen zur Abwehr von Betrug um. Ein wirksamer Schutz kann jedoch nur gelingen, wenn alle beteiligten Akteure Verantwortung übernehmen.
Betrugsprävention im Zahlungsverkehr betrifft die gesamte Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Neben Banken und Sparkassen sind insbesondere Telekommunikationsanbieter, Postdienstleister, digitale Plattformen, der Handel und öffentliche Institutionen gefordert, ihre rechtlichen und technischen Möglichkeiten auszuschöpfen und Verbraucherinnen und Verbraucher dauerhaft aufzuklären.
Der VÖB und einige seiner Mitgliedsinstitute arbeiten in dem im November 2025 unter der Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank eingerichteten Round Table verschiedener Akteure aus Politik, Wirtschaft und öffentlichen Institutionen auch direkt mit. Im Mittelpunkt stehen die umfassende Sensibilisierung der Verbraucher, die Entwicklung neuer Handlungsoptionen sowie die Prüfung eines übergreifenden Austauschs betrugsrelevanter Daten unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorgaben.
Der VÖB setzt sich für eine datenbasierte, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und geeignete rechtliche Rahmenbedingungen ein. Informationen über Betrugsversuche und tatsächliche Betrugsfälle sollten zeitnah, strukturiert und sicher zwischen den relevanten Akteuren ausgetauscht werden können. Zugleich muss die Haftung differenziert betrachtet werden: Sie darf nicht einseitig bei Banken und Sparkassen liegen, wenn diese keine Möglichkeit hatten, einen Betrug zu verhindern. Entscheidend ist außerdem, die Eigenverantwortung jedes Einzelnen zu stärken und einen bewussten sowie sicherheitsorientierten Umgang mit sensiblen Zugangsdaten zu fördern.
Die Kampagne „Phishen Impossible“ leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Sie macht sichtbar: Wirksame Betrugsprävention beginnt mit Aufmerksamkeit – und gelingt nur gemeinsam.